Startseite Großschönau Flutopfer nimmt Flutopfer auf
Spendenaufruf zum Neubau der Orgel in der Kirche
Sie kennen sicher die Kirche Großschönau. In den letzten Jahren ist es gelungen, die Kirche innen und außen zu sanieren, so dass sie heute in schmuckem Zustand präsentieren kann. Nun steht der Orgelneubau auf dem Plan. Bereits seit der letzten großen Sanierung 1994/1995 wurde dem Kirchenvorstand von Orgelsachverständigen dringend ein Neubau empfohlen. Beim letzten großen Umbau 1948 wurden elektrotechnische Teile verwendet, die heute hoffnungslos veraltet und nicht mehr aufarbeitbar sind. Die Baugenehmigung vom Landeskirchenamt ist erteilt und sieht den Neubau einer mechanischen Orgel mit einer Bausumme von 450.000 Euro vor.
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Flutopfer nimmt Flutopfer auf

Nachbarn müssen zusammenhalten. Für Uwe Seidel etwas Selbstverständliches. Und so musste der Großschönauer auch nicht lange überlegen, als Gisela Sperlich für sich und ihre Familie ein neues Dach überm Kopf suchte. Uwe Seidel bot den Nachbarn das eigene Ferienhaus als Unterkunft an.

Dabei hatte ihm das Hochwasser selbst übel mitgespielt. Werkzeug und Material seiner Heizungs- und Sanitärfirma waren komplett „abgesoffen“. Uwe Seidel steht vor dem Nichts. „Alles, was wir in über 20 Jahren an Arbeit investiert haben, war in wenigen Stunden vernichtet“, sagt der Großschönauer.


30 Zentimeter Schlammschicht

Die dramatischen Stunden am Sonnabend vergangener Woche hatte er dabei gar nicht selbst miterlebt. Mit seiner Frau war er im Urlaub. Als die Seidels am Sonntag zurückkamen, war ihr Grundstück mit einer 30 Zentimeter hohen Schlammschicht bedeckt.

„Wenn wir da gewesen wären, hätten wir vielleicht einiges bergen können“, so Uwe Seidel. Dies versuchten nun Nachbarn und Freunde. Ein Kollege vom Sportverein räumte die Maschinen von der Werkstatt noch ins Haus – in der Hoffnung, dass die Flut nicht bis hier herkommt.

Doch das Wasser stieg immer weiter und stand letztlich zentimeterhoch im Erdgeschoss. Küche, Wohnstube, Schlafzimmer, Bad – alles ist derzeit unbewohnbar. Die Badmöbel hatte er vor seinem Urlaub erst neu aufgehangen. „Gott sei dank haben wir in der oberen Etage alle Zimmer noch einmal“, sagt der Großschönauer.

Auch das Ferienhaus hinterm Gemüsegarten blieb trocken. Und so können hier nun die Sperlichs einziehen. Deren Wohnhaus 50 Meter weiter erwischte es so schlimm, dass sie vorerst hier nicht bleiben können. Die Dramatik der Situation realisierte Gisela Sperlich zuerst nicht richtig. Am Sonnabendvormittag putzte sie noch das Bad und räumte den Geschirrspüler ein. „Gegen drei sagte mein Mann zu mir, du musst hier raus“, berichtet sie. Als das Wasser im Hinterhaus stand, verließ auch ihr Mann das Haus.

Die Nacht vom Sonnabend zum Sonntag übernachteten sie bei Verwandten, die unweit vom Großschönauer Autohaus Fritzsche wohnen. Eine Lösung für mehrere Tage war es aber nicht – gerade für ihre behinderte Tochter Grit. Ihre Tochter konnte Gisela Sperlich im Wohnheim der Lebenshilfe auf der Zittauer Heffterstraße unterbringen, sie selbst fand mit ihrem Mann bei Familie Otto, die ebenfalls am Mandauweg wohnen, Unterschlupf.

Gemeinsame Lösung finden

„Wir müssen aber eine Lösung mit Grit finden“, sagt sie. Denn für ihre behinderte Tochter war es eine vollkommen ungewohnte Situation, so lange ohne Eltern zu bleiben. Das Ferienhaus der Seidels bot sich dafür an. An diesem Sonnabend zieht Gisela Sperlich mit Mann und Tochter hier ein – bis ihr eigenes Haus auf Vordermann gebracht ist.

Auch Uwe Seidel weiß noch nicht, wie es mit seinem Betrieb weitergeht. Trotz der eigenen Not hilft der Großschönauer seinen Nachbarn gern. Bessere Nachbarn kann man sich nicht wünschen.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 14.08.2010 Autor: Jan Lange 
 

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