Das Indianerdorf in Großschönau – eine vergessene Abenteuerwelt
Es gab einmal einen Ort in Großschönau, an dem Kinder ihre eigene kleine Welt erschaffen konnten. Einen Ort mit Hütten, einem Teich, einem Kahn, einer Hängebrücke und einem Aussichtsturm. Hier wurde gespielt, geklettert, beobachtet und sicherlich so manche Geschichte erfunden. Heute erinnert nur noch wenig an diesen besonderen Platz. Der ehemalige Steinbruch ist längst wieder von der Natur zurückerobert worden. Doch bei denjenigen, die das Indianerdorf noch selbst erlebt haben, sind die Erinnerungen geblieben.
Gemeint ist das Indianerdorf in Großschönau, das Anfang der 1970er Jahre in einem ehemaligen Steinbruch oberhalb des Gutes und Eiskellers der Familie von Haebler entstand.
Ein Rundgang durch das Indianerdorf
Wie sieht das Indianerdorf heute aus? In diesem rund 15-minütigen Video aus dem Jahr 2021 geht es auf einen Rundgang durch das Gelände. Vieles hat sich seit den Tagen des ursprünglichen Indianerdorfes verändert, die Natur hat sich ihren Platz zurückgeholt und von den damaligen Bauten ist kaum noch etwas zu sehen.
Trotzdem lassen sich bei einem Rundgang noch Spuren und Stellen entdecken, die an diesen besonderen Ort erinnern. Das Video zeigt den heutigen Zustand und ist damit ein schöner Einstieg in die Geschichte des Indianerdorfes und in die Erinnerungen an das, was hier einmal entstanden ist.
Eine ungewöhnliche Idee für Großschönau
Anfang der 1970er Jahre gab es in und um Großschönau zahlreiche kleinere Steinbrüche. Einer davon sollte für einige Jahre zu einem ganz besonderen Spiel- und Erlebnisort werden.
Die Idee für das Indianerdorf ging nach den Recherchen der Großschönauer Ortschronisten auf den Lehrer Herbert Weidlich zurück. Gemeinsam mit Schülern der Großschönauer Schule wurde das Vorhaben nicht einfach nur geplant, sondern tatsächlich mit den eigenen Händen umgesetzt.
Und das war offenbar keine kleine Schulaktion, die nach ein paar Wochen wieder vorbei war.
Über eine Vielzahl von Stunden entstand nach und nach ein richtiges kleines Abenteuerareal. Die Kinder und Jugendlichen bauten, gestalteten und erweiterten das Gelände. Unterstützt wurden sie dabei unter anderem von Klaus Stührk, der von 1969 bis 1992 Hausmeister der Webschule Großschönau war.
Eine Geburtstagskarte für Klaus Stührk vom 23. März 1973 ist dabei ein besonders interessantes Zeitdokument. Auf ihr sind die Finnhütte und die Grizzlyhütte abgebildet. Nach den Recherchen der Ortschronisten war die Grizzlyhütte wahrscheinlich das erste Gebäude des Indianerdorfes.
Ein Dorf mit Teich, Hütte und Hängebrücke
Was dort entstand, war für damalige Verhältnisse etwas Besonderes.
Zum Indianerdorf gehörten unter anderem ein Pfahlhaus auf einem Teich, das über eine Hängebrücke erreichbar war, ein Kahn, verschiedene Hütten, Fuhrwerke und Beobachtungspunkte.
Allein die Vorstellung, wie das Gelände damals ausgesehen haben muss, macht deutlich, warum dieser Platz für Kinder so faszinierend war.
Man kam nicht einfach auf einen normalen Spielplatz. Man betrat eine kleine Abenteuerlandschaft.
Der Teich, die Hängebrücke und die Hütten machten aus dem ehemaligen Steinbruch einen Ort, an dem sich Kinder ihre eigenen Geschichten ausdenken konnten. Die erhöhten Beobachtungspunkte wurden zu Stellen, von denen aus man nach herannahenden „Feinden“ Ausschau halten konnte.
Aus einem ehemaligen Steinbruch war damit eine eigene kleine Welt geworden.
Die Großschönauer Ortschronisten haben einen Lageplan des damaligen Geländes erhalten bzw. rekonstruiert. Darauf sind unter anderem Pfahlhaus, Aussichtsturm, Grizzly-Hütte, Finn-Hütte und der Eiskeller verzeichnet.
Lehrer Herbert Weidlich – der geistige Vater
Eine zentrale Figur bei der Entstehung des Indianerdorfes war Lehrer Herbert Weidlich.
Die heutige Ortschronik nennt ihn ausdrücklich als den Lehrer, der das Vorhaben gemeinsam mit Schülern der Großschönauer Schule umsetzte. Besonders interessant ist eine persönliche Erinnerung, die bereits seit vielen Jahren im Gästebuch der Grussschiene steht.
Im November 2005 schrieb Steffen Hänsch, der von 1968 bis 1978 die Großschönauer Schule besuchte, dass das Indianerdorf „durch meinen Jahrgang“ ins Leben gerufen und aufgebaut worden sei. Er bezeichnete Weidlich dabei als den „geistigen Vater vom Indianerdorf“.
Diese Erinnerung ist natürlich eine persönliche Aussage und lässt sich nicht ohne Weiteres auf jeden einzelnen Bauabschnitt übertragen. Sie passt aber sehr gut zu den Recherchen der Ortschronisten, nach denen Lehrer Weidlich und die Schüler der Schule das Indianerdorf gemeinsam aufbauten.
Für die Geschichte des Indianerdorfes ist diese Verbindung besonders interessant: Es war offenbar nicht nur ein von Erwachsenen geplantes Freizeitobjekt. Die Kinder und Jugendlichen waren selbst unmittelbar an der Entstehung beteiligt.
Wer hat eigentlich mitgebaut?
Bei der heutigen Aufarbeitung der Geschichte des Indianerdorfes konnten inzwischen auch einige Namen mit dem Projekt in Verbindung gebracht werden. Eine aktuelle Aufnahme des ehemaligen Standortes bzw. der historischen Anlage ist im Nachrichtenblatt der Gemeinde Großschönau veröffentlicht. Die dortige Bildbeschriftung nennt mehrere Personen, die mit dem Indianerdorf in Verbindung stehen.
Genannt werden:
Klaus Wenzel, Rolf Maiwald, Egmount Ziesche, Bernd Großer, Klaus Stührk, Helga Lehmann und Herbert Weidlich sowie zwei Töchter von Helga Lehmann.
Die genaue Zuordnung der einzelnen Personen und ihre jeweilige Funktion beim Aufbau des Indianerdorfes lässt sich aus der heutigen Veröffentlichung allerdings nicht für alle Personen eindeutig ableiten. Sicher ist, dass Herbert Weidlich als Lehrer eine wichtige Rolle bei der Entstehung des Indianerdorfes spielte. Auch Klaus Stührk, der von 1969 bis 1992 Hausmeister der Webschule Großschönau war, wird als Unterstützer beim Aufbau genannt.
Gerade bei den Namen bietet die Geschichte noch Raum für weitere Erinnerungen. Vielleicht erkennen ehemalige Schüler oder Großschönauer die genannten Personen wieder und können ergänzen, wer damals tatsächlich beim Bau der Hütten, des Teiches, der Hängebrücke oder des Aussichtsturms beteiligt war.
Anmerkung: Die im Nachrichtenblatt veröffentlichte Aufnahme stammt aus dem Jahr 2025 und ist daher kein historisches Gruppenfoto aus der Entstehungszeit des Indianerdorfes. Die genannten Namen sind der aktuellen Dokumentation der Großschönauer Ortschronisten zu entnehmen.
Klaus Stührk – einer der Unterstützer
Ein Name lässt sich bereits etwas genauer fassen: Klaus Stührk.
Die Ortschronisten schreiben, dass er von 1969 bis 1992 Hausmeister der Webschule Großschönau war und das Indianerdorf beim Aufbau unterstützte. Die bereits erwähnte Geburtstagskarte aus dem Jahr 1973 zeigt dabei nicht nur seinen Namen, sondern auch Bilder der Finnhütte und der Grizzlyhütte.
Damit haben wir ein konkretes Dokument aus der Entstehungszeit.
Es zeigt außerdem, dass das Indianerdorf bereits 1973 weit genug entwickelt war, um fotografisch bzw. auf einer Karte festgehalten zu werden.
Das Indianerdorf und die DDR
Natürlich existierte das Indianerdorf in einer ganz bestimmten Zeit.
In der DDR wurden solche Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche häufig in den organisatorischen Rahmen der Pionierarbeit eingeordnet. Auch das Indianerdorf wurde auf einer zeitgenössischen Ansichtskarte als „Pionierfreizeitzentrum“ bezeichnet.
Interessant ist allerdings, dass die Bezeichnung offenbar nicht dem entsprach, wie die Großschönauer selbst ihren besonderen Spielort nannten.
Noch deutlicher wird die damalige öffentliche Bedeutung des Projektes durch eine zeitgenössische Veröffentlichung.
Im Jahr 1974 berichtete die Zeitschrift Neuer Weg, dass beim „Mach mit!“-Wettbewerb im Kreis Objekte vorgestellt wurden, die durch gemeinschaftliches Engagement entstanden waren. Neben einer Arztstation in Lückendorf und einem Schulanbau in Hainewalde wurde dabei ausdrücklich auch das Indianerdorf in Großschönau genannt. Die Objekte wurden sogar mit Großfotos öffentlich präsentiert.
Das ist ein wichtiger Beleg dafür, dass das Indianerdorf nicht nur irgendein kleiner Spielplatz am Ortsrand war.
Es war damals ein bekanntes und vorzeigbares Projekt.
Die Zeit der Indianerfilme
Dass ausgerechnet in dieser Zeit in Großschönau ein Indianerdorf entstand, kommt wahrscheinlich nicht ganz zufällig.
Die 1960er und 1970er Jahre waren in der DDR stark von der Begeisterung für Indianer- und Abenteuerfilme geprägt. Besonders die DEFA-Produktionen mit Gojko Mitić waren außerordentlich populär. Der 1966 erschienene Film „Die Söhne der großen Bärin“ wurde zum großen Publikumserfolg und bildete den Auftakt zu einer ganzen Reihe von Indianerfilmen aus Babelsberg.
Das erklärt zwar nicht unmittelbar die Entstehung des Großschönauer Indianerdorfes. Es liefert aber einen interessanten zeitgeschichtlichen Hintergrund.
Für Kinder dieser Generation waren Indianer, Trapper, Pferde, Lagerfeuer und Abenteuer keine abstrakte Vergangenheit. Sie gehörten zum Alltag der Kinderwelt.
Und in Großschönau konnte man diese Welt plötzlich selbst betreten.
Vielleicht gab es sogar einen Film aus Babelsberg
Noch eine interessante Spur haben die Ortschronisten gefunden.
In den Ergänzungen zur Recherche wird erwähnt, dass die Filmstudios Babelsberg möglicherweise einen Film oder Beitrag über das Indianerdorf gedreht haben. Ein genauer Zeitpunkt ist bislang nicht bekannt.
Hier endet allerdings der gesicherte Teil der Recherche.
Es konnte bisher kein entsprechender Filmbeitrag eindeutig gefunden werden. Auch ist nicht geklärt, ob tatsächlich ein DEFA-Filmteam in Großschönau war, für welchen Zweck die Aufnahmen entstanden und ob das Material heute noch existiert. Die Ortschronisten fragen deshalb ausdrücklich danach, ob jemand diesen Film kennt.
Sollte irgendwo noch ein alter 16-mm-Film, eine Fernsehsendung oder ein privater Mitschnitt existieren, wäre das für die Geschichte des Indianerdorfes ein außergewöhnlicher Fund.
Dann kam die Nacht vom 8. auf den 9. September 1979
Fast ein Jahrzehnt nach den ersten Bauarbeiten endete die Geschichte des Indianerdorfes auf dramatische Weise.
In der Nacht vom 8. auf den 9. September 1979 wurde das Indianerdorf durch Vandalismus und Brandstiftung zerstört. So ist es in den Recherchen der Großschönauer Ortschronisten festgehalten.
Damit verschwand innerhalb einer Nacht das, was Kinder und Erwachsene über Jahre aufgebaut hatten.
Gerade weil die Gebäude überwiegend aus Holz bestanden, dürfte das Feuer für die Anlage verheerend gewesen sein.
Was heute allerdings nicht mehr sicher beantwortet werden kann, sind die Fragen nach den Tätern.
Wer hat das Feuer gelegt?
Warum wurde das Indianerdorf angezündet?
Gab es eine Ermittlung?
Wurden Verdächtige gefunden?
Wurde jemand zur Verantwortung gezogen?
In den öffentlich zugänglichen Quellen, die ich finden konnte, gibt es darauf derzeit keine belastbaren Antworten.
Deshalb sollte man bei diesen Fragen vorsichtig bleiben. Es wäre falsch, aus späteren Erzählungen eine vermeintliche Tätergeschichte zu machen, wenn dafür keine Belege vorliegen.
Fest steht nur: Das Indianerdorf wurde im September 1979 durch Brandstiftung zerstört.
Was danach geschah
Mit dem Brand war die Geschichte des Platzes allerdings noch nicht ganz vorbei.
Nach der Zerstörung nahm sich später der Jugendanglerverband des Areals an. Aus dem ehemaligen Abenteuerplatz wurde damit wieder ein Stück Natur.
Anfang der 1990er Jahre wurde der ehemalige Steinbruch schließlich renaturiert und eingezäunt.
Heute hat sich die Natur das Gelände weitgehend zurückgeholt. Wo einst Kinder über eine Hängebrücke zu einer Hütte auf dem Wasser liefen, stehen wieder Bäume und Sträucher. Der ehemalige Teich erinnert noch an das, was dort einmal war.
Wer heute an diesem Platz steht, muss schon wissen, wonach er sucht.
Und vielleicht macht gerade das den Ort so interessant.
Ein Ort, den viele Großschönauer nie vergessen haben
Das Indianerdorf war nur einige Jahre Teil des Großschönauer Ortsbildes.
Für die Geschichte eines Ortes sind solche Jahre eigentlich nur ein kurzer Augenblick.
Für ein Kind können sie dagegen eine ganze Welt bedeuten.
Die Einträge und Erinnerungen ehemaliger Großschönauer zeigen, dass das Indianerdorf bei vielen nicht einfach als irgendein Freizeitprojekt in Erinnerung geblieben ist. Es war ein Ort, an dem man mit Freunden unterwegs war, Abenteuer erlebt und seiner Fantasie freien Lauf gelassen hat.
Steffen Hänsch schrieb 2005 im Gästebuch der Grussschiene über seine Schulzeit und das Indianerdorf und verband diese Erinnerung unmittelbar mit seiner Kindheit in Großschönau. Er nannte zahlreiche ehemalige Mitschüler und hoffte, auf diesem Weg Menschen aus seiner Jugend wiederzufinden.
Genau darin liegt vielleicht die eigentliche Bedeutung dieses längst verschwundenen Ortes.
Das Indianerdorf existiert heute nicht mehr.
Aber die Erinnerungen daran existieren noch.
Die Bilder erzählen mehr als jede Chronik
Alte Fotos sind deshalb besonders wertvoll.
Sie zeigen nicht nur Hütten und einen Teich. Sie zeigen die Menschen, die dahinterstanden. Kinder und Jugendliche, die damals vielleicht gar nicht ahnten, dass sie gerade an etwas bauten, worüber Jahrzehnte später noch gesprochen werden würde.
Auf den Bildern erkennt man vielleicht ehemalige Mitschüler, Freunde oder Geschwister.
Manche werden sich an die erste Hütte erinnern.
Andere an die Hängebrücke.
Vielleicht weiß noch jemand, wie der Kahn dorthin kam, wer den Aussichtsturm gebaut hat oder wie die Grizzlyhütte zu ihrem Namen kam.
Und vielleicht gibt es sogar noch jemanden, der sich an die Tage nach dem Brand erinnert.
Eine Geschichte, die noch nicht zu Ende erzählt ist
Die bisherige Recherche hat bereits deutlich mehr ergeben, als lange bekannt war.
Wir wissen heute:
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Das Indianerdorf entstand Anfang der 1970er Jahre in einem ehemaligen Steinbruch oberhalb des Gutes und Eiskellers der Familie von Haebler.
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Lehrer Herbert Weidlich war eine treibende Kraft und wurde von Schülern der Großschönauer Schule unterstützt.
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Klaus Stührk unterstützte den Aufbau.
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Zu den auf einem historischen Foto genannten Personen gehören unter anderem Klaus Wenzel, Rolf Maiwald, Egmount Ziesche, Bernd Großer, Klaus Stührk und Helga Lehmann.
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Zum Gelände gehörten unter anderem Grizzlyhütte, Finnhütte, Pfahlhaus, Aussichtsturm, Teich, Steg bzw. Hängebrücke und ein Kahn.
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Das Indianerdorf wurde 1974 in einer DDR-Veröffentlichung im Zusammenhang mit dem „Mach mit!“-Wettbewerb ausdrücklich als vorzeigbares Projekt aus Großschönau genannt.
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In der Nacht vom 8. auf den 9. September 1979 wurde die Anlage durch Vandalismus und Brandstiftung zerstört.
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Später übernahm sich der Jugendanglerverband des Geländes.
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Anfang der 1990er Jahre wurde der Steinbruch renaturiert und eingezäunt.
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Heute hat die Natur den ehemaligen Standort weitgehend zurückerobert.
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Ein möglicher Filmbeitrag der Babelsberger Filmstudios ist bislang eine offene Spur und noch nicht nachgewiesen.
Und damit ist die Geschichte eigentlich noch nicht abgeschlossen.
Denn die wichtigste Quelle fehlt möglicherweise noch:
die Erinnerung der Menschen, die damals selbst dabei waren.
Wer hat das Indianerdorf gebaut?
Wer war bei der ersten Hütte dabei?
Wer hat den Teich oder die Hängebrücke mitgebaut?
Wer kennt die Namen der Kinder auf den alten Fotos?
Und wer weiß noch etwas über die Brandnacht 1979?
Vielleicht finden sich auf diesem Weg noch weitere Namen, Fotos oder sogar ein Film.
Das Indianerdorf ist längst verschwunden. Aber vielleicht lässt sich seine Geschichte Stück für Stück wieder zusammensetzen.
Indianerdorf Großschönau
Wer in Großschönau aufgewachsen ist, erinnert sich vielleicht noch an das Indianerdorf im ehemaligen Steinbruch. Anfang der 1970er Jahre entstand dort ein ganz besonderer Ort, den Großschönauer Schüler unter Anleitung von Lehrer Herbert Weidlich mit viel Eigeninitiative und Fantasie aufbauten. Zwischen Hütten, Teich, Kahn, Hängebrücke und Aussichtsturm konnte man für eine Weile in eine eigene kleine Abenteuerwelt eintauchen.
Heute ist von diesem Indianerdorf kaum noch etwas zu sehen. Die Bilder erzählen deshalb von einem Stück Großschönauer Geschichte, das längst verschwunden ist, bei vielen ehemaligen Kindern und Jugendlichen aber bis heute lebendig geblieben ist.
Alte Ansichten, Fotos und Erinnerungen lassen den besonderen Ort noch einmal entstehen.
Quellen:
· Neuer Weg, DDR, 1974 – Bericht zum „Mach mit!“-Wettbewerb
· Grussschiene – historisches Gästebuch – Zeitzeugen-Erinnerung von Steffen Hänsch
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