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Topographie

Topographie

Lage von Groß – und Neuschönau.

In dem oben beschriebenen Mandautale an beiden Ufern des Flusses von der böhmischen Grenze an, bis nach Hainewalde hin, haben die Bewohner Großschönaus nach und nach sich angebaut; ebenso an beiden Ufern der Lausur bis dahin, wo die Häuser des oberen Viehweges beginnen und an der Straße nach Waltersdorf in einer langen Reihe sich hinziehen. Die Warnsdorfer und Hainewalder Häuser sind nur durch die Grenze von Großschönau getrennt, und von dem letzten Hause aus, dem oberen Viehwege gelangt man in einer kleinen Viertelstunde nach Waltersdorf. Abgesondert vom Dorfe liegen mittagswärts an der Lausur die sogenannten Vierhäuser und am östlichen Abhange des Hutberges am Kommunikationswege nach Spitzkunnersdorf der niedere Viehweg.

Das Dorf Neuschönau liegt auf drei verschiedenen Plätzen teils mitten in Großschönau, teils abgesondert vom Dorfe. Mitten in Großschönau zwischen dem Obermühlgraben und der Lausur, ringsum von Großschönauer Häusern umgegeben liegt die Mühlwiese. Südlich von den Vierhäusern untern der böhmischen Grenze bei Niedergrund liegt das eigentliche Neuschönau, gewöhnlich nur das Dörfel genannt.

Die Entfernung von Waltersdorf beträgt etwa eine Viertelstunde und von Niedergrund kaum eine halbe Stunde. Der dritte Teil Neuschönaus befindet sich im Niederdorfe am linken Ufer der Mandau am Kellerberge, und der Straße nach Hainewalde auf dem ehemaligen Hofe und heißt auch noch der Hof. Eine Stunde entfernt von Großschönau liegen Seifhennersdorf, Spitzkunnersdorf, Bertsdorf und Jonsdorf. Die Entfernung von Zittau beträgt 2 Stunden.Nach der unebenen Beschaffenheit des Bodens haben die Häuser verschiedene Höhe. Am höchsten liegen die Kirche, Pfarr- und Schulwohnungen und der Großschönauer Kretscham auf dem Schulberge, ferner die Häuser auf dem Kraftberge und am Abhange, einige Häuser am Kellerberge, die letzten Häuser des obern Viehweges, der niedere Viehweg und einige andere Häuser am Abhang des Hutberges z.B. das Bauergut unter Nr. 316a. Die tiefste Lage haben die Häuser der sogenannten breiten Aue im Niederdorfe und einige Auehäuser an der Hainewalder Grenze. Nach den Messungen des Herrn von Gersdorf liegt der Großschönauer Kretscham 938 Fuß über dem Meere, die letzen Häuser auf dem oberen Viehwege haben daher gewiss eine Höhe von mehr als 1000 Fuß, da der Weg vom Großschönauer Kretscham bis zur Kirche nach Waltersdorf noch 280 Fuß ansteigt.

Ortsteile

Die Einteilung Großschönaus in Nieder- Mittel- und Oberdorf ist von der Lage und dem Laufe der Mandau hergenommen. Was unterhalb des Steiges bei der Niederschmiede liegt, gehört zum Niederdorfe und was oberhalb der neuen Brücke bei der Oberschmiede liegt, begreift das Oberdorf in sich. Die dazwischen liegenden Häuser bilden das Mitteldorf. Außerdem haben einzelne Teile des Dorfes noch besondere Namen. Zum Niederdorfe gehören: die breite Aue, oder die Häuser auf der von der Mandau gebildeten Insel, und der Niederviehweg. Teile des Mitteldorfes sind: der Oberviehweg und die Vierhäuser. Namen einzelner Gassen wie z. B. die hohle Gasse, Schmiedegasse, Jörgmichelsgasse und andere kommen zwar oft im Munde des Volkes vor, sind aber weder urkundlich noch bleibend. Jeder Teil von Neuschönau hat seinen besonderen Namen, wie schon bemerkt worden: das Dörfel oder das eigentliche Neuschönau, die Mühlwiese und der Hof. Eine Gegend der Mühlwiese heißt gewöhnlich das Paradies.

Größe und Häuserzahl.

Großschönau ist mit und ohne Neuschönau gerechnet, der Häuserzahl nach das vierte Dorf in der Oberlausitz und in Sachsen. Nur Ebersbach; Seifhennersdorf und Eibau haben mehr Häuser. Im Jahre 1835 wurden mit Einschluss der öffentlichen Gebäude in Großschönau 526 in Neuschönau 741, zusammen also 597 Häuser gezählt, nämlich: 1 Kirche, 1 Pfarrwohnung, 2 Schulhäuser, 1 Gemeindehaus, 36 Bauerngüter, 32 Gärten, 136 erbliche das heißt ausgebaute Häuser inkl. der 71 auf dem Mundgute erbauten Neuschönauer Häuser, der 2 Mühlen und 388 Auehäuser. Rechnen wir hierzu noch die Wohnungen, welche als Pertinenzstücke der Hauptgebäude zu betrachten, und unter einer Hausnummer begriffen sind, so zählt Groß- und Neuschönau zusammen über 610 wirklich bewohnte Häuser. Von 526 Häusern zu Großschönau gehören 168 zum Niederdorfe, 238 zum Mitteldorfe und 122 zum Oberdorfe. Von Neuschönau begreift das Dörfchen 23, die Mühlwiese 32 und der Hof 16 Häuser. Mit Nummern sind die Häuser seit dem Jahre 1783 versehen. Sie beginnen im Niederdorfe an der Hainewalder Grenze auf dem rechten Ufer der Mandau, gehen das Dorf hinauf bis an die Warnsdorfer Grenze und von da auf dem linken Ufer der Mandau des Dorfes hinab bis wieder an die Hainewalder Grenze, von da gehen sie auf die breite Aue, welche 21 Wohnungen enthält, und zuletzt auf den oberen Viehweg. Die letzten Nummern sind zerstreut, je nachdem bald da, bald dort neue Häuser gebaut wurden. Bauergütter sind Nr.1. 2a. 7a. 8. 9. 10. 17. 18. 23. 32. 62. 64a. 72a. 79. 90. 142a. der Kretscham , 167a. 173. 174. 175. 193. 197. 223. 228. 229. 232a. 236a. 244. 256a. 259a. 270. 272. 273a. 302. 308a. und 316a. Gartennahrungen: Nr.24. 60a. 63. 77. 92a. 97. 128. 129. 130. 132 ³³) : 133a. 141. 161. 166. 169. 172. 190a. 237. 245. 310. 317a. 330. 333. 336. 351. 363a. 366. 384. 385. 390. 398. und 401. Erbhäuser: Nr.6. 11. 12. 16. 19. 22. 33. 61. 64b. 64c. 65. 67. 69. die niedere Schmiede 70. 71. 72b. 74a. 78. 80. 86. 105. 111. 112. 113. 142b. 167b. 168. 182. die obere Schmiede, 189. 191b. 227. 230. 231. 232b. 236b. 244c. 247. 255. 256b. 259b. 261. 262. 265. 271. 273b. 274. 277. 281b. 301. 308b. 308c. 311. 314. 315. 316b. 321. 322. 323. 331. 346. 369. 432. die Steinmühle, 433. die obere Mühle und 462. Auehäuser sind Nr: 2b. 3-5. 7b. 13-15. 20. 21. 25a. 25b. 26-31. 34-41. 42 die kleine Mühle, 43-50. 51a. 51b. 52-56. 57a. 57b. 58b. 58b. 59. 60b. 66. 68. 74b. 75. 76. 81-86. 88. 89. 91. 92b. 93-96. 98-104. 106 das Unterschulhaus, 107-110. 114-123. 124. das Gemeindehaus, 125-127. 133b. 134-140. 143-160. 162-165. 170. 171. 176-181. 183. 184a. 184b. 185-188. 190b. 191a. 192. 194-196. 198-200. 201a. 201b. 202-212. 213a. 213b. 214-221. 222a. 222b. 224-226. 233-235. 238-242. 243a. 243b. 244b. 246. 248-254.

257a. 257b. 258. 260. 263. 264. 266-269. 275. 276. 278-280. 281a. 282-300. 303-307. 309. 312. 313. 317b. 318.-320. 324-329. 332. 334. 335. 337-345. 347-350. 352-362. 363b. 364. 365abcdefg. 367. 368. 370-383. 386-389. 391. 392. 393a. 393b. 394-397. 399. 400. 402-407. 408abc. 409-427. 431a. 431b. 434a. 343b. 435-450. 452.-461. 463-482. untere Nummer 428 ist die Kirche, unter 429 die Pfarrwohnung und unter 430 die obere Schulwohnung • . zu bemerken ist noch, das unter Nr. 451 Erbhaus nach Obrigkeitlicher Entscheidung seit 1822 zu Neuschönau gehört.

Bauart im Allgemeinen.

Diese Wohnhäuser stehen durchgängig einzeln, nicht wie in Städten zusammenhängend, aber möglichst regelmäßig in zwei, drei und mehr Reihen, wie es der vorhandene Raum eben gestattet. Sie sind meistens von Holz ausgeführt, haben geschrotene Stuben und häufig steinerne Gewölbe; die Sparren des zweiten Geschosses sind mit Lehm oder Ziegeln ausgesetzt und die Dächer gewöhnlich mit Stroh gedeckt. Im Allgemeinen befleißigte man sich jetzt einer bequemen Bauart, wie früher; die alten unansehnlichen Gebäude mit ihren Strohdächern werden immer seltener und nur noch wenige mögen aus dem 17ten oder dem Anfange des 18ten Jahrhunderts stammen; man baut die Häuser groß, mit geräumigen Wohnstuben und Kammern und nach Vorschrift mit Ziegeldachung, und für ein freundliches Ansehen der Häuser und ihrer Umgebung, wozu die häufigen Blumengärten viel beitragen, wird große Sorgfalt verwendet.

Daher würde Großschönau auch ohne seine angenehme Lage und die natürliche Schönheit der Gegend gewiss zu den freundlichsten Dörfern Sachsens zu zählen sein. Da die Weberstuben trocken und warm sein müssen, so werden massive Wohnhäuser wohl immer zu den Ausnahmen gehören. Einige derselben, Nr. 167b. 229. 244. und 310 sind im neusten Geschmacke gebaut worden; Letzteres hat Kupfer - und ersteres Zinkblechdachung.

Geschichte des Anbaues und der allmählichen Vergrößerung - Name des Dorfes.

Zu welcher Zeit der erste Anbau Großschönaus erfolgt ist, wissen wir eben so wenig, als eine genügende Ableitung des Namens gegeben werden kann. Großschönau kommt in der zweiten Hälfte des 14ten Jahrhunderts zum erstenmal vor und hieß damals schon Großschönau zum Unterschiede von dem bei Zittau gelegenen Wenigen- oder Kleinschönau. Gewöhnlich nimmt man an und so erzählt auch die Sage, die ersten Gutsherren hätten sich da, wo jetzt der sogenannte Aueteich befindlich, in einer großen, schönen, sehr fruchtbaren und von der Mandau (Mannenau) durchflossenen Aue angebaut und den Ort bei der großen schönen Aue genannt. Abgesehen von der Allgemeinheit des Ausdruckes konnte dieser Name für die uralte Beschaffenheit der unangebauten vielbewaldeten Gegend zur Zeit des ersten Anbaues kaum eine wahre Bezeichnung sein. Wäre es erwiesen, dass die ersten Anbauer des Dorfes Sorbenwenden gewesen, so gewönne die Namensableitung von dem wendischen Worte Czino (Schino ausgesprochen), welches Schilf bedeutet, schon dadurch, dass sich der Ausdruck in der volkstümlichen Benennung des Dorfes: Schine erhalten hat, eine größere Wahrscheinlichkeit. Schilf konnte in wasserreicher Gegend in Menge wachsen und eine natürlichere Veranlassung zur Benennung eines Anbaues sein, als eine angebliche schöne Aue. In den älteren Schöppenbüchern kommen folgende Schreibungen des Namens vor: Schöne, Schona, großschone, Großen Schone, Groß Schön, auch Großschinow, Groschinaw, die Endung au, welche an Aue erinnern könnte, ist also nicht ursprüngliche Schreibart.

Was nun den Anbau des Dorfes fehlt betrifft, so sind unstreitig die Wohnungen der Vorwerksbesitzer und Bauer die ersten gewesen, später sind die Gartennahrungen ausgebaut worden und dann nach und nach die Erb- und Aue- Häuser. Eine Zeit des Anfanges des Dorfes lässt sich durchaus nicht angeben. Der ältesten Schöpperbücher zu Folge gab es in Großschönau drei Vorwerke:

das niedere, obere und wüste Vorwerk. Sie waren Grundeigentum der Herrschaft, aber nicht jederzeit im ausschließlichen Besitz derselben. Das niedere Vorwerk bildet den Hauptbestandteil des herrschaftlichen Grundeigentums und hatte seine Hofgebäude auf dem noch jetzt s. g. Hofe, einem Teile von Neuschönau. Erst nach dem Jahre 1780 sind diese Vorwerksgebäude abgebrochen worden. Zum Obervorwerke gehörten außer dem Bauergute unter 167a der Gründliche Teich, die dabei herrschaftliche Waldung, der Grund und Boden vom eigentlichen Neuschönau, dem sogenannten Dörfel, die Vierhäuser und der nun zum Kretscham gehörige Buchberg.

Auch die Gärten unter Nr. 161. 166. 169. und 172, so wie die Pfarrwiedemuth scheinen ehemals dazu gehört zu haben, aber vor dem erblichen Verkauf davon getrennt worden zu sein. Als ältester Besitzer wird im ältesten Schöppenbuche der alde Luckis oder Lukas angeben, dessen Geschlechtsname ist. Dieser verkaufte im Jahre 1515 am Tage Bernhardi das Gut an

(ohnstreitig ein Angehöriger der Familie von Uechtriß, welcher damals im Besitze von Großschönau war) für 220 Mark . Von diesem kam das Obervorwerk an den Erbherrn Anton von Uechriß denn die Stiefkinder des Balzer Uechriß bekennen am Montag nach. Pauli Bekehrung 1533, dass sie an väterlichem Erbteile auf dem Obervorwerke nichts mehr zu fordern haben.

Von nun an blieb das Obervorwerk herrschaftlich, bis es von Dr. Ulrich von Nostriß im Jahre 1546 Mittwochs nach Lucia an Merten Thirmer mit Vorbehalt der behegten Fischerwasser und der Waldung für 750 Zittauer Mark verkauft wurde.

Das wüste Vorwerk lag im Oberdorfe und bestand aus den drei Bauergütern unter 270, 272, und 273 , welche im Jahre 1545 Mittwoch nach Ostern von dem Erbherren Thiele Knebel für halbe ausgesetzt und an Kaspar Neumann, Fabian Linken und Gregor Maien für 250 Zittauer Mark verkauft wurden. Des Knobelsbusches ist bereits oben gedacht worden. Ingleichen stehen die später ausgebauten Erbhäuser unter Nr. 271, 273, 274, 277, 281a und b und 301 auf dem Grunde und Boden des ehemaligen wüsten Vorwerkes.

Zeit und Umstände der Verwüstung sind unbekannt. Vielleicht lag im Niederdorfe am rechten Ufer der dort befindliche herrschaftliche Acker- und Wiesewachs die von Bertsdorfer Einwohnern benutzen vom Großschönauer Hofe (d.h. Dominio) stammenden sogenannten Strümpfe und das Großschönauer Bauergut unter Nr.7a gehörte. Eine Aussetzung dieses Bauerngutes muss frühzeitig erfolgt sein.

Im 16ten Jahrhundert gab es mehr Bauergüter als jetzt. Teils lassen sich einige nicht mehr bestehende Güter nachweisen, teils mögen andere geteilte gewesen sein, teils können von noch anderen die jetzigen Hausnummern weder ermittelt noch vermutet werden. Dagegen war die Zahl der Gartennahrungen weit geringer, denn von vielen weiß man noch die Zeit ihrer Aussetzung. Die hieraus sich ergebenden wichtigsten Veränderungen, welche von den alten Verhältnissen Kunde geben, sind folgende. Hans Olbricht, Bauer in Nr.8, kaufte am 18.Juli 1627 zu seiner halben drei Ruthen Ackers von seinem Nachbar Georg Langen in Nr. 9. Der Garten Nr. 24. wurde 1548 aus Goldfabians Gute Nr. 23 ausgesetzt.

Der Garten Nr. 60 war vor 1591 ein Halbhusengut. Balzer Neumann dingt sich beim Verkaufe seines Gutes an Georg Mättig am 11.Aug. 1591 die Hälfte als Garten aus. Die andere Hälfte kam zur Zeit des 30jähr. Krieges an das Gut Nr. 62, welches seitdem nach 9 Ruthen verrechnet wird. Auch zwischen den Gütern Nr. 72 und 79 scheint ein aber schon 1546 geteiltes Gut bestanden zu haben. Die eine Hälfte bildet den Garten unter Nr. 77, die andere Hälfte kam zu dem Gute Nr. 72, welches seitdem ein Hufengut ist. Das Gut zwischen Nr. 90 und dem Kretscham kaufte der Richter Franz Herfart im J. 1554. Sein Sohn Hans Herfart verkaufte daraus am 11. Aug. 1596 zwei Stück Acker an Balzer Göhlen und Barthel-Klottig. Dies sind die beiden Gärten Nr. 92 und 97. Die fünf Gärten unter Nr. 128. 129. 130. 1302. 133.a stammen von dem oberen Vorwerk, oder dem Bauergute unter Nr. 167. Im Jahre 1577 am 13, Mai verkaufte Posselt aus seinem Gute vier Gärten auf dem Buchberge und bei dem Hammertumpfe an Hans Junge-Michel, Peter Schubart, Merten Schiffener und Nickel Pißeldt, jeden für 124 Mark. Nickels Garten wurde am 14. Mai 1669 geteilt und bildet seitdem die Gärten Nr. 132 und 133a. Das kleine Gut unter Nr. 173 besteht seit 1714 und ist Bestandteil des Gutes unter Nr. 174. Die Folge , schon im Jahre 1543 zu dem Gute 174 gehörig, hatte von 1708 bis 1801 eigene Besitzer.

Auch Nr.232a war von 1650 bis 1764 geteilt. In Jahre Exaudi verkaufte ein Peter Hundel sein Gut an den Erbherren Hertwig von Nostiz. Die Angabe der Nachbarn erweiset, dass zwischen den Gütern Nr. 316 und 351 und neben dem Garten Nr. 330 gelegen haben müsste. Hertwig von Nostiz verkaufte am 25.Sept. 1569 den niederen Garten auf Hudels Gute an Georg Olbricht, dieser ist also der erste Besitzer des Gartens unter Nr. 336. Am folgenden Tage verkaufte Nostiz den obern Garten auf demselben Gute an David Anesorge und dieser ist der Garten Nr. 333. Der Garten Nr. 351 ist 1569 Sonntag nach Matthäus aus dem vorher Donat Grafen gehörigen Bauergute ausgesetzt worden. Am Sonntage Cantate 1549 verkaufte Dr. Ulrich von Nostiz zwei Gärten, dem Hutberge gelegen, dies sind die Gärten unter Nr. 317 und 330. der Garten unter Nr. 385 besteht seit dem Jahre 1668 und ist die Hälfte des Gartens unter 390. Der Garten unter 398 wurde 1549 am S. Cantate von Dr. Ulrich von Nostiz an Jakob Scheps verkauft.

Höchst wahrscheinlich sind die Gärten unter Nr.317. 330. 363. 384. 385. 390. 398 und 401 alle vom Dominio ausgesetzt worden. Eine große Anzahl Gartenbesitzer, sowie die Güter, welche Nickel Bischoff, Merten, und vor ihm Thomas Schöps und andere besessen haben, sind nach ihren jetzigen Hausnummern nicht nachzuweisen. Die sogenannten Erbhäuser stehen auf dem Grunde und Boden der Bauergüter und Gartennahrungen. Einige derselben sind schon im 16.ten Jahrhundert ausgebaut worden. Zu erweisen ist dies von den Häusern unter Nr. 19. 22. 65. , vielleicht auch 168. 182. 227 und 331. Im 17ten und 18ten Jahrhundert bis 1783 wurden 42 und seitdem 17 Erbhäuser gebaut.

Wenn die Aue ursprünglich, wie alte Erdingsrügen ausdrücklich sagen, bestimmt war, dass man das kleine Vieh darein treibet, so war die Bebauung derselben mit Häusern eine Begünstigung, welche von der Herrschaft nicht ohne Vorbehalt erteilt wurde. Gewöhnlich heißt es in den Urkunden: „Wo aber von , oder seinen Nachkömmlingen, sich solches nicht vorhalten würden, sollen sie an alle mittel solches häuselein abzubrechen schuldig sein“. Begünstigungen, Auehäuser zu bauen erhielten z.B. Hans Neumann im Jahre 1570 (wahrscheinlich das Haus unter Nr. 152), ferner Lorenz Gosche und Georg Hoffmann am 7. Dezember 1578, Thomas Grohmann am 17. Juli 1579.

Im Laufe des 17. Jahrhunderts besonderes in der zweiten Hälfte desselben wurden bei zunehmender Bevölkerung und durch Böhmische Erulanten viele Auehäuser angebaut. Anfangs waren die Bauplätze, welche man gegen ein niedriges Kaufgeld und einen immerwährenden Gärtelzins abließ, geräumig, so lange die Aue für ihre ursprüngliche Bestimmung groß genug blieb, aber schon zu Ende dieses Jahrhunderts trat Mangel an Baustellen ein. Man musste nun auch die zu Baustellen weniger geeigneten Plätze benutzen, wie z.B. die niedrige fast alljährlich bei Eisfluten überschwemmte breite Aue, deren erster Anbau in das letzte Jahrzehnt des 17ten Jahrhunderts zu setzen ist. Das Jahr ist unbekannt, doch weiß man, dass das Haus unter Nr. 422. das erste gewesen ist. Seitdem sind hier 21 Häuser gebaut worden. Dadurch, dass man sich nun mit kleinen Bauplätzen begnügte, dass man jeden Auefleck, so weit dem nötigen Raume für Straßen und Wege kein erheblicher Eintrag geschah, nutzte, dass man durch Uferbaue an der Mandau so wie durch endlich dadurch, dass einzelne Auehäusel von ihrem Grund und Boden Baustellen aussetzten, wurde es möglich, im 18ten und 19ten Jahrhunderte eine große Anzahl Häuser zu bauen.

Wie früher, so war auch jetzt noch zum Anbaue auf der Aue besondere Erlaubnis bei der Herrschaft als Obrigkeit einzuholen. Das dies aber früher oft nicht geschehen sein mag, beweisen die Zittauer Ratsverordnungen vom 1. November 1735 und 24.Mai 1755, ohne Vorwissen der Obrigkeit.

Dem ungebührlichen früher nicht selten vorkommenden Hinausrückten der Gartenzäune und den Verengungen der Wege ist in neueren Zeiten durch sorgfältige Berainung des zu den Häusern gehörenden Grund und Bodens vorgebeugt worden. Ein besonders dazu angelegtes Auebegrenzungsprotokoll enthält die Vermessungen und Vereinbarungen samt den nötigen Grundrissen.

Hier ist noch des Anbaus der beiden Viehwege besonders zu gedenken. Bei dem immer fühlbarer werdenden Mangel an Wohnungen baten mehrere Einwohner, Gott lob Paul und Cons. Bereits im Jahre 1797 den Zittauer Rat um Überlassung des oberen Viehweges zu Baustellen. Da wegen allmähliger Einführung der Stallfütterung der Viehweg weniger benutzt werden konnte, so hatte der Rat Bedenken, den Wunsch zu erfüllen.

Es wurde daher unterm 21. Juli 1797 an die Gerichten und Gemeindeältesten verordnet, Anstalten zur Berainung des Viehweges zu treffen. Diese Berainung konnte aber nicht sogleich vorgenommen werden, da sich bei mehrmaligen Untersuchungen ergab, dass der Viehweg, vielleicht seit langen Jahren, um ein Bedeutendes geschmälert worden sei. Man fand ihn an der Waltersdorfer Grenze nur 38 Ellen breit und er müsste ursprünglich wenigstens 50Ellen Breite gehabt haben. Der Richter Georg Göhle, welcher diesen Anbau schon um des willen ungern sehen mochte, weil der Viehweg mit seinen Feldern grenzte, erhob dagegen Wiederspruch. Die am 19.Sep. 1797, am 20.Juni 1798 und am 15. Oktober 1800 veranstalteten Untersucherungen führten zu keiner Ausgleichung. Eine anderweite Vorstellung der Baulustigen vom 19. November 1798 die Pfarrwiedermuth in Baustellen zu verteilen, konnte aus triftigen Gründen nicht berücksichtigt werden. Eben so wenig fand man den Aueteich zu Baustellen geeignet, den Kälbergraben nahmen Dominialparcellen-besitzer bereits in Anspruch und so schwankte die Angelegenheit lange Zeit, bis endlich die wegen der Einführung der Damastweberverordnung anwesende Revisionskommission am 12. Oktober 1802 den Richter vermochte, den Viehweg an der Waltersdorfer Grenze und sofort auf 50 Ellen Breite berainen zu lassen und dafür eine Entschädigung von 150 Talern anzunehmen. Sofort wurde nun vom 25. November bis 01. Dezember. 1802 der obere Viehweg ausgemessen und beraint, am 07. Febr. 1803 die Verlosung der Baustellen veranstaltet und der 20. April d.J. zur Anweisung derselben bestimmt.

Der Bau ging nun rasch von Statten und bereits am 27. Mai 1803 konnte das erste Gottlob Liken gehörige Haus unter Nr. 434a gehoben werden. Die Recognitionsurkunden wurden am 4. 14. 21. 28. Oktober. und am 4 und 10. November. 1803 erteilt. Seit dieser Zeit sind bis jetzt 35 Häuser auf dem oberen Viehweg erbaut worden. Auch der Anbau der 5 Häuser auf dem niedern Viehweg vom j. 1799 bis 1804 erfolgte erst nach Beseitigung der Wiedersprüche, welche beteiligte Interessen veranlassten. Dieser Anbau ist nicht der erste gewesen. Die alten Schöppenbüchen melden, dass die Erbschaft im Jahre 1776 am Sonntag Quasimodogeniti Bartel Friedrich und Martin Benicken erlaubt habe auf dem Viehwege zwei Häuslein zu bauen, welche aber später wieder abgebrochen sein mögen.

Es gibt auch Beispiele von Niederreißung der Häuser deren Stellen dann viele Jahre angebaut blieben. Dahin gehörten die Häuser unter Nr. 7b. 74b. 179. 183. Nr. 43b. , das Haus des Gartens unter 132, ferner Nr. 149b. 366b. Die Stelle 389b wird jetzt bebaut. Zum Hause unter Nr. 22 gehört ein Plänchen, wo der vor dem 30jährigen Kriege ein Haus stand.

Zu Folge dieser Angaben ist die Häuserzahl zu verschieden Zeiten verschieden gewesen. Als im Jahre 1567 in der Oberlausitz eine von jedem Rauchfange zu entrichtende Steuer eingeführt wurde, zählte man in Großschönau 60 Rauchfänge, d.h. es gab ohne das Dominium und die öffentlichen Gebäude 60 steuerbare Grundstücke. Folgllich müssen damals inkl. des Dominiums, der Pfarr – und Schulwohnungen, einer Mühle und des Gemeindehauses 65 Wohnhäuser vorhanden gewesen sein.

Diese Zahl stieg im Laufe des 16ten Jahrhunderts bis über 80. im Jahre 1701 waren 281 Häuser, 1753: 423, 1801: 453, 1804: 471; 1871: 476 und 1824: 498 Häuser vorhanden. Im Jahre 1783 wurden nach dem Brandversicherungskataster verzeichnet: eine Kirche, 2 Mühlen, 431 Wohnhäuser, 3 Kellerhäuser, 1 Backhaus, 1 Pferdestall, 20 Schuppen, 31 Scheunen, 13 Ausgedingehäuser und 4 Holzhäuschen. Im Jahre 1829 dagegen 1 Kirche, 517 Wohnhäuser inkl. der Mühlen, 1 Bedientenhaus, 3 Kellerhäuser, 1 Backhaus, 3 Pferdeställe, 1 Kuhstall, 28 Schuppen, 75 Scheunen, 17 Ausgedingehäuser, 4 Holzhäuschen, und 2 Farbehäuser. Von 1783 bis jetzt sind 93 Häuser gebaut worden, nämlich alle mit b, c, ect. bezeichneten Häuser und die Häuser von Nr. 343 an bis 482.

Gründung und Anbau von Neuschönau

Wenn der Anbau Neuschönaus zunächst ein Werk der Notwendigkeit war, dem Mangel an Wohnungen für eine mehr und mehr zunehmende Bevölkerung abzuhelfen; so mussten noch besondere Veranlassungen vorhanden sein, ein für sich bestehendes Dorf anzulegen. Leider sind diese Veranlassungen so unbekannt, dass wir sie mehr erraten müssen, als historisch darlegen können. Nach den vorhandenen Urkunden geschah der Anbau zum Besten der Damastmanufaktur. So weit dies der Fall sein konnte, was in der Geschichte dieser Manufaktur nachgewiesen werden wird, bedurfte es aber einer solchen Absonderung nicht, welche später die Quelle so mancher Missverhältnisse und Streitigkeiten wurde. Ob nun vielleicht die Gründung Neuwaltersdorf, Neujohnsdorfs, Neueibaus zur Nachfolge ermunterte, ob vielleicht und welche Privatinteresses dabei abwalteten, welche Hoffnungen erfüllt werden sollten, mit welchen Schwierigkeiten das Unternehmen begleitet war , darüber gibt es keine befriedigende Aufklärung. Der Gründung Neuschönaus ging der Anbau der Mühlwiese vorher. Bereits im J. 1719 wurde auf vorgängiges Ansuchen den baulustigen Damastfabrikanten vom Zittauer Rathe die Mühlwiese angewiesen. Jeder Anbauer erhielt eine Baustelle 50 Ellen lang und 25 Ellen breit und bezahlte dafür und für die Befreiung von Abgaben, Hofetagen u.s.w. so wie für die Freiheit einen Damastweberstuhl ohne Stuhlzins auszurichten an den Rath als Herrschaft 5 Rthlr. und dann einen jährlichen Lastzins von 2 Rthlr. 12 Gr. Die darüber ausgefertigte Urkunde wurde am 18. Juli 1721 ratifiziert. Es war natürlich, dass dergleichen Immunitäten, welche die Anbauer der Mühlwiese genossen, die manchen Großschönauer Einwohnern den Wunsch nach ähnlichen Befreiungen rege machten. Die Erfüllung eines solchen Wunsches lag nicht fern, da die Vermehrung der Einwohner mit der Zeit immer wieder Mangel an Wohnungen verursachte und bei gegebener Aussicht auf Begünstigungen die Baulust weckte. Da fasste ein Mann von vieler Einsicht und Entschlossenheit, ein Mann, dessen Unternehmungsgeiste die Beharrlichkeit nicht fehlte, welche mit sicherem Erfolg belohnt wird, ein Mann, der nicht allein durch geistige Überlegenheit sich ansehen zu verschaffen wusste, ein Mann, dessen nützliche Tätigkeiten das Gedeihen der Damastmanufaktur wesentlich förderte – Johann Goldberg den Gedanken auf, ein Dorf anzulegen. Ob dieser Gedanke von ihm ausging, oder ob er angeregte Idee nur benutze, sei zu verwirklichen, wer möchte hierüber entscheiden? Aber die Anregung war gegeben; dass Werk versprach Ehre und Lohn genug, als dass es Goldbergen an einem Nebenbuhler hätte fehlen sollen.

Ein anderer vermöglicher Mann der Gärtner Martin Hänsch in Nr. 390 wollte Goldbergen wo möglich noch zuvorkommen. Er baute deshalb bereits im J. 1725 (oder doch bald nachher) am Pochewasser ein geräumiges Haus (unter Nr.6 catastrirt)

und bestimmte dasselbe zum Kretscham des neuen Dorfes. Das Dorf selbst sollte an den Ufern der Poche hinauf auf Johnsdorf zu erbaut und durch eine besondere Straße mit Johnsdorf und Böhmen verbunden werden. Obgleich aber Hänsch das Werk glücklich begonnen und sein Gesuch um Anlegung eines Dorfes bei den höchsten Behörden wenigstens nicht abschlägliche Antwort erhalten hatte; so musste doch Goldberg die vielen Hindernisse, welche das Unternehmen vereiteln sollten, glücklich zu besiegen. Johann Goldberg scheute keine Mühe, keine Geldkosten, und was seinen zweckdienlichen Maßregeln und seinen kostbaren Geschenken nicht gelang, mochte seiner Beharrlichkeit und Ausbauer gelingen. Vielleicht mochte auch das von einer hohen Kommission im J. 1729 eingesetzte Interrimsrathskollegium zu Zittau für das Unternehmen selbst gestimmt sein. Als der vorige Magistrat, und so wurde nach reichlicher Erwägung der Angelegenheit und nachdem wegen des Platzes, wegen des zu entrichtenden Erbzinses, wegen des jeder Baustelle zu bewilligenden Freistuhles und aller übrigen nötigen Bestimmungen festgesetzt worden waren, unterm 26. August 1730 an den König und Kurfürst Freidrich August Bericht erstattet, worauf auch schon unterem 26. August 1730 die Landesherrliche Erlaubnis zu Anlegung des neuen Dorfes in vorgeschlagener Maße an den Oberamtsverwerfer und Landesältesten von Leubnitz ausgefertigt wurde. Der Oberamtshauptmann Friedr. Caspar Graf von Gersdorf ließ diese Urkunde unterm 12. Septbr. 1730 dem Zittauer Rathe zufertigen, worauf dieser am 4. Januar 1731 die Recognitionsurkunde erteilte. Unterdes hatte Johann Goldberg ohnweit des Gründischen nun Neuschönauer Teiches auf herrschaftlichem Grund und Boden den An- und Aufbau des neuen Dorfes, wozu er größtenteils die Geldmittel hergab, begonnen und an 11. November. 1730 das erste Haus so weit fertig, dass man darin Bier brauen konnte. Der Kretscham wurde erst im folgenden Jahr aufgebaut. Da der Häuserbau des neuen Dörfchens schnell von statten ging und der Zittauer Rath auch unterm 27. Oktober 1731 verordnete, dass die s.g. Mühlwiese künftig zu Neuschönau gehören solle, so zählte das neue Dorf bald 40 Häuser. Im J. 1760 wurden 47 und 1766 48 Häuser gezählt. Der dritte Teil von Neuschönau wurde um 1780 nach und nach angebaut. Die Zerteilung der zum herrschaftlichen Vorwerke gehörigen Acker und Wiesen machte die Vorwerksgebäude entbehrlich; sie wurden niedergerissen und der gewonnene Platz an Baulustige überlassen, welche hier nach und nach 16 Häuser unter gleichen Bedingungen und Begünstigungen, wie die übrigen Neuschönauer, bauten. Von den jetzt vorhandenen 71 Häusern kam das letzte im J. 1822 zu Neuschönau.

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Von Großschönau nach Neuschönau am 05.07.2014

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