Das Schulwesen
Dass die Schulanstalten in Großschönau, wie anderwärts, erst in den neuern Zeiten durchgreifende Verbesserungen erhalten haben, lag nicht sowohl in dem Mangel an Obrigkeitlicher Fürsorge, als vielmehr in der Art und Weise, wie die Gemeinde nach den eben herrschenden Bedürfnissen Obrigkeitlichen Anordnungen Folge leistete. Je weniger sonst regiert wurde und je mehr man es der Gemeinde selbst überließ, wie sie ihre Schulanstalt benutzen wollte, desto weniger kann man an die Vorzeit die Forderung stellen, dass sie das, was in unserer Zeit als mangelhaft angesehen werden muss, hätte erkennen und beseitigen sollen. Das Bedürfnis nach Unterricht ist so uralt, dass keine Nachricht von der ersten Schuleinrichtung unsere zeit erreicht hat. Sichere Spuren von dem Vorhandensein einer Schule leiten bis ins 16te Jahrhundert, in die Zeit der Kirchenverbesserung. Die Schulmeister hießen sonst Schreiber, Kirchenschreiber. Diese Ausdrücke kommen in den ältesten Schöppenbüchern mehrmals, selbst noch im 17ten Jahrhunderte vor und in einer Kaufurkunde von 1574 findet sich auch die Benennung Schulschreiber, ein beweis, dass diese Schreiber Schule gehalten haben.
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