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Chronik von Großschönau

Chronik von Großschönau

Die Chronik von Großschönau führt durch die Geschichte des Ortes im Mandautal. Sie beschreibt Dorfgebiet und Topographie, öffentliche Gebäude, Brücken und Verkehrswege, die Bewohner und die frühere Ortsherrschaft sowie kirchliche Einrichtungen, Pfarrer und das Schulwesen.

Die einzelnen Kapitel bewahren historische Ortsbeschreibungen und Überlieferungen zu Groß- und Neuschönau. Zeitgenössische Schreibweisen und Formulierungen wurden als Teil der Quelle beibehalten. Quelle der Chronik ist die geschichtlich-statistische Darstellung von Friedrich-Theodor Richter (Bkeannt auch als Richter-Chronik) aus dem Jahr 1837. Ich habe die Chronik bis zum Kapitel "Das Schulwesen" händisch aus dem mir im Original zur Verfügung stehenden Buch digitalisiert. Es wird eine Fortsetzung der noch fehlenden Kapitel geben! 

Das Schulwesen

Das Schulwesen

Dass die Schulanstalten in Großschönau, wie anderwärts, erst in den neuern Zeiten durchgreifende Verbesserungen erhalten haben, lag nicht sowohl in dem Mangel an Obrigkeitlicher Fürsorge, als vielmehr in der Art und Weise, wie die Gemeinde nach den eben herrschenden Bedürfnissen Obrigkeitlichen Anordnungen Folge leistete. Je weniger sonst regiert wurde und je mehr man es der Gemeinde selbst überließ, wie sie ihre Schulanstalt benutzen wollte, desto weniger kann man an die Vorzeit die Forderung stellen, dass sie das, was in unserer Zeit als mangelhaft angesehen werden muss, hätte erkennen und beseitigen sollen. Das Bedürfnis nach Unterricht ist so uralt, dass keine Nachricht von der ersten Schuleinrichtung unsere zeit erreicht hat. Sichere Spuren von dem Vorhandensein einer Schule leiten bis ins 16te Jahrhundert, in die Zeit der Kirchenverbesserung. Die Schulmeister hießen sonst Schreiber, Kirchenschreiber. Diese Ausdrücke kommen in den ältesten Schöppenbüchern mehrmals, selbst noch im 17ten Jahrhunderte vor und in einer Kaufurkunde von 1574 findet sich auch die Benennung Schulschreiber, ein beweis, dass diese Schreiber Schule gehalten haben.


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Die Ortspfarrer

Die Ortspfarrer

Die Geschichte der innern kirchlichen Angelegenheiten der Religiosität und der Sittlichkeit eines Ortes würde viel an Aufklärung gewinnen, wenn eine Predigergeschichte mehr wäre, als nur Aufzählung äußerer Lebensumstände der betreffenden Personen, wenn sie auch die Aufgabe sich stellte, nicht nur die Wissenschaftlichkeit und äußere Amtsführung, sondern auch die Seelsorge der Pfarrer, überhaupt also die geistliche Wirksamkeit derselben und ihren Einfluss auf das religiöse Leben der Parochianen in einem anschaulichen und lehrreichen Bilde zu vergegenwärtigen. Das sie sich diese Aufgabe stellte, würde hier, wo einige mit den Lebensumständen der Pfarrer in genauer Verbindung stehende Begebenheit der Beurteilung des Lesers anheim gegeben werden müssen, um so unerlässlicher sein, je mehr es zu richtiger Würdigung dieser Ereignisse, welche man als Verirrungen der Leidenschaftlichkeit zu betrachten pflegt, dienen könnte, wenn der jedesmalige Standpunkt christlich religiöser Bildung sich bezeichnen ließe, und von hier aus der innere Zusammenhang zwischen Grund und Folge aufgefunden würde. Da aber von allen hierher gehörigen Ereignissen, welche von den Annalisten der Aufzeichnungen nicht wert geachtet wurden, keine Kunde übrig geblieben ist, so lassen sich von den Lebensumständen der Großschönauer Pfarrer auch hier nur dürftig hin und wieder verstreute Nachrichten zusammenstellen. Wenn Erasmus Anesorge der erste protestantische Pfarrer war; so gehören die ersten bekannten Pastoren noch der katholischen Zeit an.


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Kirchliche Anstalten

Kirchliche Anstalten

In kirchlicher Hinsicht bilden die Gemeinden Groß – und Neuschönau nur eine Parochie. Zu welchen Zeit hier der christliche Religionskultus begonnen habe, ist gänzlich unbekannt. Da weder Spuren von Heidentume vorhanden sind, noch irgendeine kirchliche Verbindung Großschönau`s mit einem anderen Orte bestanden zu haben scheint, so liese sich annehmen, dass großschönau bald nach dem ersten Anbaue eine Kirche erhalten habe, was aber bei dem Mangel an Nachrichten immer zweifelhaft bleiben wird. Nach römisch-katholischer Verfassung stand Großschönau unter dem Zittauer Dekan, gehörte folglich zum Bunzlauer Archiediakonate und zum Prager Erzbistume. Der an den Erzbischof zu entrichtende Kirchenzehnte betrug im jahre 1384 9 Prager Groschen. Welchen Schutzpatron die Großschönauer Kirche gehabt habe, ist eben so unbekannt, als die zahl der Altäre, die Zeit ihrer Stiftung, die namen der Ortsplebane und der ganze kirchliche Zustand der Gemeinde in dieser katholischen Zeit. Auch darüber hat sich keine Nachricht erhalten, wenn und unter welchen Umständen die Kirchenverbesserung eingeführt worden ist und wie sich nach und nach die jetzige Kirchverfassung ausgebildet hat. Das man noch im Jahr 1543 bei allen heiligen schwor und das Dr. Ulrich von Nostitz kein Freund der Reformation war, möchte eher gegen als für einen frühzeitigen Beginn und schnellen Fortgang der Rehformation in Großschönau beweisen. Nach Dr. Ulrichs von Nostitz Tode stand der Reformation wohl kein Hindernis mehr im Wege und am sichersten ist daher E r a s m u s A n e s o r g e ( von 1543 bis 1568) als erster protestantischer Pfarrer zu Großschönau anzunehmen.



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Ortsherrschaft

Ortsherrschaft

Das die Gemeinde Großschönau ursprünglich mit dem ganzen Zittauer Kreise zu Böhmen gehörte und auch dann, als die Stadt Zittau mit ihrem Weichbilde im Jahr 1346 Oberlausitzisch wurde, in den Königen von Böhmen als Markgrafen der Oberlausitz und endlich seit dem Prager Frieden vom 30. Mai 1635 in den Kurfürsten und zuletzt Königen von Sachsen die Landesherren erkannte, bedarf hier nur einer beiläufigen Erwähnung. Die Oberlausitzische Geschichte gibt über die Beherrscher des Landes Auskunft. Hier kann nur dessen gedacht werden, was in der Regierung der einzelnen Landesfürsten ( der Könige von Böhmen Karl, Wenzeslaw, Sigismund, Albrecht, Ladislaw, Georg von Podiebrad, Matthias I , Wladislaw, Ludwig, Ferdinand I , Maximilian, Rudolph, Matthias II , Ferdinand II , der Kurfürsten von Sachsen Johann Georg I, II, III, IV, Friedrich August I, II, Friedrich Christian, Friedrich August III, nachmals König, und des Königs Anton) in irgend einer Beziehung zu Großschönbau steht, davon wird im Verlauf dieser historischen Darstellung an gehörigem Orte das Nötigste gesagt werden.



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Die Bewohner

Die Bewohner

Ob die ersten Anbauer Großschönaus Sorbenwenden oder Deutsche gewesen seinen, wird immer zweifelhaft bleiben müssen, so lange wir nicht im Stande sind, für die einen oder andere Annahme beweisende Tatsachen aufzustellen. Wenn wir den Namen des Ortes und den Ursprung mancher nun auch im Deutschen gebräuchlichen Ausdrücke aus der wendischen Sprache abzuleiten versucht werden, und dagegen wiederum, so weit die Nachrichten zurückgehen, nur deutsche Einwohner finden; so muss der erste wendische Anbau lange vorher erfolgt sein, ehe die Deutschen in dieser Gegend die Mehrzahl ausmachten und nach und nach wendischen Stamm oder seine Sprache verdrängten. Darüber fehlt jede historische Gewissheit, nur so viel ist zuverlässig, dass die ältesten bekannten Einwohner Deutsche waren und deutsche zum Teil noch jetzt vorkommende Namen führten. Sie mehrten sich nach und nach teils durch Einwanderung, teils dadurch das meist jedes Jahr die Zahl der Gebornen die Zahl der Gestorbenen überstieg. Wie Großschönau auf diese Weise eins der volkreichsten Dörfer in Sachsen werden konnte, mögen folgende Bemerkungen ergeben.



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Brücken, Steige, Straßen & Kommunikationswege

Brücken, Steige, Straßen & Kommunikationswege

An Brücken, Steigen, Straßen und Kommunikationswegen, diesen für den Verkehr unentbehrlichten Bauwerken hat das Dorf und Dorfgebiet Groß- und Neuschönau eine große Anzahl. Die Brücken und Steige, welche schon mit dem Anbaue an den Ufern der Mandau und Lausur notwendig wurden, haben sich nach und nach bei zunehmender Bevölkerung und Lebhaftigkeit des Verkehrs bis 37 vermehrt, ungerechnet einige ganz kleine Brücken, z.B. über das s.g. Bächlein, den aus der Mandau abgeleiteten und in den Aueteich fließenden Graben und über den Obermühlgraben gelegt sind. Über die Mandau führen 4 große und 6 kleine Brücken, so wie 5 große und 8 kleine Steige und zwar dem Laufe des Wassers nach in folgender Ordnung:


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Öffentliche und andere bemerkenswerte Gebäude

Öffentliche und andere bemerkenswerte Gebäude

Unter den einzelnen Gebäuden sind folgende wegen ihrer Bestimmung bemerkenswert:

a) die Kirche.

Wenn die Sage gegründet ist, dass die Großschönauer Kirche anfänglich auf dem linken Ufer der Mandau unter dem Hutberge gestanden hat; so ist das jetzige Gotteshaus bereits das dritte, denn dieses wurde auf derselben Stelle, wo das vorhergehende stand, erbaut. Von ältesten Kirche wissen wir nur, dass sie bereits im J. 1384 vorhanden war; ihre Gründung ist aber vielleicht schon in die zwiete Hälfte des 13ten Jahrhunders zu setzen. Eben so wenig haben sich von der Gründung, der Gestalt und den Schicksalen der zweiten Kirche Nachrichten erhalten. Die Gründung dieser Kirche auf ihrem jetzigen Platze fällt wahrscheinlich noch in das 15te oder spätestens in den Anfang des 16ten Jahrhunderts. Über ihre Gestalt, Größe und Bauart kann nichts gesagt werden; eine im J. 1654 vorgenommene Reparatur der Kirche ließe sich wenigstens vermuten, da in jedem Jahre der Turmkopf neu vergoldet wurde. An diese Kirche erinnern noch folgende altertümliche Gegenstände:

zwei Standbilder der König David mit der Harfe und Salomo, welche sonst gewöhnlich beim Beichtstuhl aufgestellt waren.



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Topographie

Topographie

Lage von Groß – und Neuschönau.

In dem oben beschriebenen Mandautale an beiden Ufern des Flusses von der böhmischen Grenze an, bis nach Hainewalde hin, haben die Bewohner Großschönaus nach und nach sich angebaut; ebenso an beiden Ufern der Lausur bis dahin, wo die Häuser des oberen Viehweges beginnen und an der Straße nach Waltersdorf in einer langen Reihe sich hinziehen. Die Warnsdorfer und Hainewalder Häuser sind nur durch die Grenze von Großschönau getrennt, und von dem letzten Hause aus, dem oberen Viehwege gelangt man in einer kleinen Viertelstunde nach Waltersdorf. Abgesondert vom Dorfe liegen mittagswärts an der Lausur die sogenannten Vierhäuser und am östlichen Abhange des Hutberges am Kommunikationswege nach Spitzkunnersdorf der niedere Viehweg.


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Beschreibung des Dorfgebietes

Beschreibung des Dorfgebietes

Lage und Grenzen

Das Dorfgebiet der beiden Gemeinden Groß- und Neuschönau liegt im königlich Sächsischen Anteile der Oberlausitz von der Stadt Zittau abendwärts an der Böhmischen Grenze. Diese scheidet dasselbe von dem Grund´schen und Warnsdorfer Fluren. Gegen Mitternacht und Morgen wird es von Hainewalde und, teilweise durch das Pochewasser, vom Bertsdorfer Gebiete und gegen Mittag von Saalendorf, Altwarnsdorf und Herrnwalde begrenzt. Diese Grenzen sind überall genau bestimmt. Ein einzigartiger Punkt ist der sogenannte Haderplan, unfern des Knobelsbusches, da, wo die Hainewalder, Großschönauer und Warnsdorfer Grenzen zusammenkommen. Eine Hauptrevision der Grenze zwischen dem Zittauer Ratsgebiete und der Fürstlich Lichenstein´schen Herrschaft Rumburg, so weit sie Großschönau berührt, fand am 13. Mai 1732 statt. Rainsteine wurden am 30. Juni desselben Jahres gesetzt. Großschönauer Grenze mit Böhmen erfolgte im Jahre 1789. Zwischen Großschönau und Hainewalde sind solche Grenzberechtigungen bekannt: vom 3. August 1762, 2. November 1775, 9. Oktober 1776 und vom 24. Mai 1786. Am 3.Oktober 1792 kam die Teilung eines seit langen Jahren streitigen und unbenutzten Stückes Aue zwischen Großschönau und Hainewalde zu Stande.


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Bild des Tages

Mit der Mandau auf Augenhöhe - Bilder aus 2012

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