Die Bewohner
Ob die ersten Anbauer Großschönaus Sorbenwenden oder Deutsche gewesen seinen, wird immer zweifelhaft bleiben müssen, so lange wir nicht im Stande sind, für die einen oder andere Annahme beweisende Tatsachen aufzustellen. Wenn wir den Namen des Ortes und den Ursprung mancher nun auch im Deutschen gebräuchlichen Ausdrücke aus der wendischen Sprache abzuleiten versucht werden, und dagegen wiederum, so weit die Nachrichten zurückgehen, nur deutsche Einwohner finden; so muss der erste wendische Anbau lange vorher erfolgt sein, ehe die Deutschen in dieser Gegend die Mehrzahl ausmachten und nach und nach wendischen Stamm oder seine Sprache verdrängten. Darüber fehlt jede historische Gewissheit, nur so viel ist zuverlässig, dass die ältesten bekannten Einwohner Deutsche waren und deutsche zum Teil noch jetzt vorkommende Namen führten. Sie mehrten sich nach und nach teils durch Einwanderung, teils dadurch das meist jedes Jahr die Zahl der Gebornen die Zahl der Gestorbenen überstieg. Wie Großschönau auf diese Weise eins der volkreichsten Dörfer in Sachsen werden konnte, mögen folgende Bemerkungen ergeben.
Nach Ausweis der Schöppenbücher waren von den Familien, deren Nachkommen noch jetzt leben, bereits im J. 1518 folgende ansässig: Birnbaum, Hänsch, Jungmichel, Kunz, Linke, Müller (sonst Moller, Möller) , Neumann, Posselt (sonst Postelt), Rößler, Schiffner und Siegler. In den folgenden Jahren des 16ten Jahrhunderts finden sich die Namen: Lange seit 1522, Olbrich (Olbricht, auch Ulbricht für Ulrecht) um 1533, Mättig, Goldberg s. 1537, Ender s. 1540, Krause (wohl mehr als eine Familie) vor 1545, Mai 1545, Göhle 1545, Weber 1550, Schmidt (mehrere Familien) s. 2554, Marr s. 1562, Hoffmann s. 1565, Zeidler um 1570, Lieske s. 1572, Wenzel s. 1574, Sieber s. 1580, Sperling s. 1581, Zeissig s. 1581, Friedrich s. 1582, Engler s. 1583 und Kluttig s. 1583. Im 17ten Jahrhundert vermehrten sich die Einwohner Großschönaus von auswärts durch folgende Familien; Pietschmann s. 1613, Grunewald s. 1617, Mehle aus Olbersdorf s.1620, Krauspe s. 1627, Würfel s. 1629, Strohbach s. 1644, Eckhardt um 1649, Roscher s. 1654, Hamann um 1654, Jähne s. 1664, Hälschke s. 1675, Michel um 1680, Fiebiger um 1680, Mönch oder Münch s. 1687, Däsler s. 1690 und Israel um 1690. unter den letzten waren gewiss böhmische Erulanten, welche um des Protestanismus willen Heimat, Hab und Gut verlassen mussten, die Mehrzahl.
Über die Einwanderung derselben in Großschönau und die dabei obwaltenden Umstände ist nicht bekannt, wir wissen nur, dass viele sich hier niedergelassen haben. Die Verbindungen, in welche Großschönau ehemals mit Warnsdorf, Grund, Georgentahl, Kunnersdorf, Kemnitz, Zwickau, Leippa und andern Orten stand, mögen viele böhmische Erulanten veranlasst haben, nach Großschönau zu kommen, wo sie zum Teil Anverwandte und Blutsfreunde fanden. Wahrscheinlich gehörten auch die Familien Fährmann, Kittel, Konnte, Marschner, Melzer, Ritter, Stolle, Tietze und Mäntig wenigstens zum Teil zu diesen Erulanten, welche sich seit 1650 in Großschönau angesiedelt haben. Die Familien Häbler, welche sich ebenfalls in der zweiten Hälfte des 17ten Jahrhunderts in Großschönau niederließ, stammt aus Waltersdorf, wo die Stammgenossen sich Häber und Heber nennen. Auch im 18ten Jahrhundert fanden viele Fremdlinge in Großschönau eine Heimat. Dahin gehören: Fröschel s 1708, Grunert oder Gruner, Wurm um 1710, Krumbholz s. 1710, Gründler s. 1711, Rothmann s. 1712, Hüttig s. 1713, Milius s. 1718, Vogt um 1720, Härtig s. 1722, Engelmann s. 1722, Hellmann s. 1723, Berndt s. 1724, Schatz s. 1725, Wauer s. 1725, Kahlert s. 1728, Adler, Paul, Seidel um 1730, Renger s. 1732, Praffe s. 1737, Zeische um 1740, Hartmann s. 1742, Eulich s. 1746, Zöllner s. 1750, Sommer s. 1755, Steudner aus Niederoderwitz s. 1765, Günther s. 1770, Gocht s. 1773, Röthig s. 1775, Scheibe s. 1780, Frei s. 1785, Tannert s. 1792, Prescher s. 1793 und Schütze s. 1795 in 2 Familien. Im 19ten Jahrhundert wurden folgende Familiennamen einheimisch: Quäsch s. 1800, Zschirnt s. 1803, Böhme aus Rennersdorf s. 1807, Martin s. 1808, Diesner s. 1811, Wächter s. 1814, Apelt s. 1816, Gorke, Heinzmann, Mildner s. 1817, Bihan s. 1819, Wittwer, Kaulfers s. 1820, Flemming s. 1821, Alschner, Hänsel, Heller s. 1822, Reinisch s. 1825, Arlt s. 1826, Haafe, Tischer s. 1827, Pretsche s. 1828, Schiller s. 1830, Menzel s. 1831, Gröllich aus Obersenfersdorf s. 1832, Zimmermann s. 1833, Hennig, Illmann, Trenkler und Wohlgemuth seit 1834. Unter den unangesessenen Einwohnern, welche zu diesen verzeichneten Familien nicht gehören, gab es im J. 1835 noch folgende Familiennamen: Benade, Berthold, Böttger, Burkhardt, Dutschke, Feurig, Flammiger, Grohmann, Häntsch, Herzog, Kiesling, Lohr, Matthes, Müffigbrodt, Preibsch, Schäfer, Schubert, Walter, Wehder und Zschäntscher.
Außer diesen angeführten Familien müssen aber noch diejenigen genannt werden, welche teils ausgestorben, teils nur einige Zeit hier ansässig gewesen sind. Im 16ten Jahrhundert finden sich folgende: Ahnesorge 1569-1585,Bergmann um 1580, Becker 1573- 1576, Bischoff bis um 1570, Bortmann 1593-1744, Deuchler oder Teichler 1540- 1550, Drescher bis um 1550, Engenickel 1589-1597, Fischer aus Oderwitz 1571-1701, Frenschel 1554- 1560, Fritsche 1563- 1724, Fröhlich bis um 1640, Glatte 1560-1576, Graf 1554-1568, Hanmann bis 1600, Hanemann 1550, Heibold bis um 1546, Hendler bis 1541, Henne 1563, Herfart bis um 1630, Hiller 1564-1566, Hillischer 1597-1599, eine zweite Familie von 1667-1690, Hocke um 1540- 1566, Hübner 1586-1629, Hundel bis 1568, Jacob sonst gewöhnlich Jakob bis 1773, Kirchner 1567- 1580, Knobloch bis 1580, Köhler 1579-1612, Korfelt 1578-1592, Kretschmar 1599-1606, eine zweite Familie um 1700-1796, Kreische um 1580, Kulich um 1521, Landmann 1569-1615, Lehmann bereits 1539-1779, Lehnig 1527, Lucke 1522, Man um 1562, Mats (Mathes) 1536, Peuckert bis 1546, Pfeiffer um 1544, Pittschelt bis 1607, Pommer 1589, bis nach 1609, Reichelt aus Hainewalde 1581 bis nach 1627, Schäfer 1540-1785, Schober um 1537-1644, Schöps 1536-1615, Schubert um 1580-1586, eine zweite Familie von 1742-1775, Genitz 1530, Steurich 1545 bis um 1709, Stübner 1530-1563, Stürmer um 1573, Thirmer 15410-1561, Ulrich um 1570, eine zweite Familie von 1799- 1825, Weissenberg um 1530-1539, Wiedemann um 1530-1544, Familien des 17ten Jahrhunderts sind: Franze 1652-1769, Grosser 1683 bis um 1705, Heinke oder Henke 1670-1723, auch eine ältere Familie dieses Namens 1536-1554, Kühnel 1677-1691,von Lankisch um 1650, Rudolph 1664-1814, Rutte 1612 bis um 1701 (auch Rothe) , Schabestiel 1658-1667, Sprunge 1602, Walter um 1690- 1787, eine zweite Familie aus Bertsdorf von 1815-1833, Weiß 1627.
Im 18ten Jahrhundert kommen vor: Augustin 1747-1815,Anton 1700-1780,Benade 1787-1821,Berthold 1701-1752, Benisch (oder Penisch) 1724, Bitterling 1700 bis um 1770, Burkhardt 1799-1812, Clemenz 1737-1758, eine zweite Familie von 1818-1824, Döring um 1742 und 1760-1811, Fabian 1786-1831, Freund 1737, Gattermann 1777-1830, Gerhardt 1788-1793, Gnausch 1749- 1783, Grohmann 1702- 1814, Haake 1735-1791, Held 1729-1772, Herbst 1729-1802, Herzog 1763-1811, Hene 1765-1771, Jäckel um 1700-1775, Jentsch 1761-1782, Johnel 1711- 1732, Jokuch 1735 bis nach 1800, Kiesling 1790- 1825, Knebel 1771-1791, Koch um 1701, Köcher um 1705-1714, König um 1730-1780, Krohe um 1748, Lindner 1705-1789, Matthes um 1740-1782, Maner 1768-1787, Meißler 1796-1799, Moser 1736, Refelt 1753-1783, Renntmich oder Rentwich 1773-1797, Reger 1775-1796, Obst 1710 bis um 1725, Opitz 1732-1748, Palme 1791, Pech1740-1780, Pöpel oder Pippel um 1701-1725, Ponack um 1720, Queisser um 1700- 1708, Richter um 1701-1763, Rolle 1787-1798, Schicht 1722-1731, Schicketanz 1775-1796, Schlesier 1700-1746, Scholze oder Schulze 1770-1805, eine zweite Familie 1826-1828, Geifert 1783-1791, Strobel 1738-1765, Tagelieb 1751-1810, Tempel um 1700-1743, Thile um 1700-1798, Vogler 1737- 1744, Wagner 1761-1811, eine zweite Familie 1807-1825, Wehder 1742-1772, Weickert um 1700-1754, Zippich 1710-1800, Zentscher 1782-1821, Zschäne 1782-1828, Aus dem 19ten Jahrhundert sind noch zu nennen: Bernhardt 1816-1819, Bener 1806-1811, Dietrich 1804-1828, Gärtner 1801, Grötz 1811-1833, Igel 1821, Mannsfeld 1819-1821, Mertens 1809-1817, Preibsch 1801-1814, Schwarz 1821-1829,und wahrscheinlich noch andere, wovon die Nachweisungen fehlen. Auch ungemessene Familien mögen in Großschönau gewohnt haben, aber ihrer Namen sind größtenteils unbekannt geworden.
Diese Angaben dienen zum Beweise, dass Großschönau zu jeder Zeit viele Einwohner hatte, welche auswärts geboren waren und dass ein großer Teil der jetzigen und der gewesenen Bevölkerung aus der Fremde stammt. Wenn die Erbuntertänigkeit das Übersiedeln aus einem in das andere Dorf sehr erschwerte; so musste der Umstand , dass Großschönau stets reichbegüterte Herrschaften hatte ( wie z. B. die Familie von Rostitz und der Zittauer Rat), welche ein solches Übersiedeln aus einem in das andere unter einer und derselben Herrschaft stehende Dorf weit eher gestatteten, dem Wachstume der Bevölkerung sehr förderlich sein, denn auf diese Weise konnten Nostitzische Untertanen aus Ruppersdorf, Oderwitz, Hainewalde oder Zittauische aus Bertsdorf, Waltersdorf, Olbersdorf u.a. in Großschönau sich ansässig machen. Da aber auch Großschönauer Einwohner wiederum in andere Dörfer z.B. nach Varnsdorf, Hainewalde, Waltersdorf u. anderwärts zogen und noch im 18ten und 19ten Jahrhunderte mehrere in der Geschichte der Damastmanufaktur näher zu erörternde Auswanderung stattfanden; so wurde doch die Bevölkerung ohne die böhmischen Erulanten und andere Einwanderer weit spärlicher angewachsen sein, und wenn nicht fast jedes Jahr eine beträchtliche Zahl mehr geboren als gestorben wären.
Weil die Kirchlisten zur Beurteilung der Volksvermehrung sehr wichtige Ergebnisse lieferten; so werden folgende Berechnungen nicht überflüssig erachtet werden.
Seit dem J. 1700 bis zu Ende des Jahres 1834 wurden in Groß- und Neuschönau 21008 Kinder geboren, dagegen starben nur 17758 Menschen; die Zahl der Mehrgeborenen beträgt also in diesen 135 Jahren 3250, aber im Durchschnitt jährlich 24 2/27. von der Gesamtzahl der Geborenen kommen durchschnittlich auf das Jahr 155 83/ 135von der Zahl der Verstorbenen hingegen 131 73/135. Vergleichen wir nun die Zahl der Mehrgeboren nach Jahrzehnten, wonach von 1700 bis 1709 303 , von 1710-1719 382, von 1720.1729 351, von 1730-1739 274, von 1740-1749 nur 51, von 1750-1751 199, von 1760-1769 193, von 1770-1779 62, von 1780-1789 217, von 1790-1799 279, von 1800-1809 161, von 1810-1819 274, von 1820-1829 382 und von 1830 bis mit 1834 122 mehr geboren wurden; so finden wir, dass in den ersten 40 Jahren die meisten Mehrgeburten stattfanden. Während von 1700 bis 1739 1310, durchschnittlich also 32 ¾ mehr geboren wurden; so zählten die folgenden 40 Jahre von 1740 bis 1779 nur 505, durchschnittlich 12 5/8, die nächsten 50 Jahre aber von 1780 bis 1829 wiederum 1313 Mehrgeburten, durchschnittlich 26 13/50. in den 10 Jahren von 1710 bis 1719 und von 1820 bis 1829 war die Zahl der Mehrgeborenen gleich, nämlich 382, durchschnittlich also 38 1/5. dass sich die Einwohnerzahl in den ersten 40 Jahren des angegebenen Zeitraums am meisten vergrößert haben muß, lehren auch die Angaben der einzelnen Jahre. Die höchste Zahl der Mehrgeboren finden wir allerdings beim J. 1822, wo sie 97 betrug; im Verhältnis zur Bevölkerung und zu der Zahl der Gestorbenen aber sind die Unterschiede in früheren Jahren weit bedeutender. Seit dem J. 1752 ist die Zahl der Mehrgebornen stets kleiner gewesen als die Zahl der Gestorben, in den vorhergehenden Jahren findet sich aber der Fall, wo die Zahl der Mehrgeborenen die Zahl der Gestorbenen überstieg, einmal nämlich in den J. 1702,1703,1708,1710, 1715,1718,1719,1723,1726,1735 und 1752. im J. 1723 wurden 127 Kinder geboren, dagegen starben nur 47 Menschen, sogleich übertrifft die Zahl der Mehrgeborenen die Zahl der Gestorbenen noch um 33.
Vergleichen wir nun wiederum allemal zwei oder drei hintereinander folgende Jahre; so finden wir für die J. 1735 und 1736, sowie für 1821 und 1822 jedesmal 139 (durchschnittlich 69 ½ ) und für die Jahre 1752,1753 und 1754 188 (durchschnittlich 32 2/3) als höchste der Mehrgeborenen. Während nun die Zahl der Mehrgeborenen in der letzten Zeit gegen früher abgenommen hat, ist die wahre Zahl der Geborenen fortwährend gestiegen. Dies zeigen die Angaben der einzelnen Jahrzehnte. Von 1700 bis 1709 kommen durchschnittlich auf jedes Jahr 80 3/10 Kinder, von 1820 bis 1829 aber 206 4/5 und von 1830 bis 1834 nach fünfjährigem Durchschnitt 196 Kinder. Im J. 1700 betrug die Zahl der Geborenen 81, im J. 1717 das erstemal über 100, nämlich 105, im J. 1786 das erstemal 200. Die kleinste Zahl hatte das J. 1704, wo nur 66, die höchste das Jahr 1822, wo 244 Kinder geboren wurden.
Weniger Geborene als das Jahr 1700 zählten noch die Jahre 1703, 1705, 1707 und 1720. Gewöhnlich wurden mehr Knaben als Mädchen geboren; über 100 Mädchen das J. 1765. die kleinste Zahl Knaben war im J. 1703 und 1704 jedes mal nur 30. Auch im Hungerjahre 1722 wurden nur 31 Knaben, dagegen 54 Mädchen, überhaupt aber 85 Mädchen geboren. Zwillingsgeburten ereigneten sich durchschnittlich jedes Jahr 2 bis 3 . Drillinge gebar Gottlob Däslers Ehefrau Anna Rosina geb.Sieber am Gründonnerstage 1769, und Gottlieb Linkes Ehefrau, eine geb. Schiffner am 29.Oktober 1806. die Zahl der Tot-und Unehelichen Gebornen mag sich, durchschnittlich 3 bis 4 ziemlich gleich geblieben sein. Im J. 1808 waren 16, im J. 1834 nur 3 uneheliche, im letztern Jahre aber 7 totgeborene. Auf dieses Steigen und Fallen in der Zahl der Geborenen, so wie auf die Volkvermehrung müssen natürlich die geschlossenen Ehen den größten Einfluß haben, allein aus den Zahlen dieser Ehen sind schon deshalb nicht ganz sichere Ergebnisse zu erwarten, da sie wohl die Zahlen der Proclamirten und Copulierten, aber keineswegs die der im Orte wirklich verbliebenen Ehepaare enthalten. Von 1700 bis 1834 wurden 5122 Paar proclamirt. Wenn nun angenommen werden kann, dass von diesen Paaren 5000 wirklich im Orte verblieben; so kommen auf jedes Jahr 37 1/27 Ehen und auf jede derselben würden von den Geborenen 4 1/5 Kinder zu rechnen sein. Die Vergleichung der einzelnen Jahrzehnte unter einander lehrt wiederum, dass in den ersten 40 Jahren des angegebenen Zeitraumes Verhältnismäßig weit mehr Ehen geschlossen worden sind, als in den folgenden und in den dritten 40 Jahren. Das zweite, dritte und vierte Jahrzehnt zählt zusammen 121 Paare mehr, als das erste Jahrzehnt, die nächstfolgenden vier Jahrzehnte haben aber zusammen nur 48 Paare mehr als das vierte Jahrzehnt und in den dritten 40 Jahren von 1780 bis 1819 stieg die Zahl der im Jahrzehnt von 1770 bis 1779 proclamirten 389 paar um 77. Da sehr oft äußere Verhältnisse die Verheiratungen entweder aufschieben oder beschleunigen, so ist die Zahl der geschlossenen Ehen in den einzelnen Jahren sehr ungleich und steht mit der Zahl der Geborenen durchaus in keinem bleibenden Verhältnisse; daher kann eigentlich von der Zahl der Ehen in Verbindung mit den Geborenen und Gestorbenen gar nicht auf die wahre Einwohnerzahl geschlossen werden. Die wenigsten Ehen kommen im J. 1700 vor, wo nur 12 Paare, und 1772, wo nur 13 Paare proclamirt wurden; die meisten Ehen finden sich jedoch im J. 1810, nämlich 73 Paare, wovon 66 Paare in Großschönau getraut wurden. Im 18ten Jahrhundert war die höchste Zahl der Proclamirten im J. 1787: 64; im 19ten Jahrhundert hatte das J. 1813 die wenigsten Ehen nämlich 24hundert Jahre vorherwaren23Paareprolamirtworden. Auf die Zahl der Geborenen ist höchst seltenein Einfluss welchen etwa viele das Jahr vorher geschlossene Ehen haben könnten, zu bemerken, wie z. B. beim J. 1811 und 1822.
Sollen nun diese Angaben dazu dienen, den Stand der Bevölkerung Groß- und Neuschönaus in jeder beliebigen Zeit kennen zu lernen; so dürfen aber auch die Ein- und Auswanderungen nicht berücksichtigt bleiben. Das die Einwanderungen nicht unbedeutend gewesen sein mögen, kann aus dem oben bereits gesagten geschlossenen werden; aber auch Auswanderungen fanden statt, und von beiden, so wie von den in jedem Jahre im Orte sich aufhaltenden Fremden, müssen wir genaue Zahlen haben, wenn die Rechnung ohne Fehler werden sollte. Bei diesen Mangel kann sich aber nur eine wahrscheinliche Volksberechnung ergeben. Vorausgesetzt nun, dass die Zahl der Auswandere die Zahl der Einwanderer aufhebt, folglich der Unterschied gleich 0 ist, dass ferner, wenn die Zahl der im Orte sich ansässig machenden Einwanderer die Zahl der Auswanderer überwiegen sollte, durch diese Mehrzahl die ehemals ohnstreitig weit geringere Zahl der nur einige Zeit im Orte bleibenden Fremden ausgeglichen wird, erhalten wir die wahrscheinliche Volksmenge, wenn von der im J. 1834 gefundenen Mehrgeborenen abgezogen werden. Groß- und Neuschönau zählte am 1.Dezbr. 1834 5022 Einwohner; von 1700 bis 1834 werden 3250 Mehrgeborene gezählt, folglich muss Großschönau nach Abzug dieser von jenen zu Ende des Jahres 1699 1772 Einwohner gehabt haben, eine Anzahl, welche in ganz richtigem Verhältnisse zu der damaligen Häuserzahl (für den Anfang des 18ten Jahrhunderts 281) steht. Wäre aber die Zahl der Auswanderer überwiegend, so müsste Großschönau im J. 1699 eine größere als die letztfünfjährigem Durchschnitt für 1834 anzunehmenden 196 Gebornen kommt bei 5022 Einwohnern 1 Geborenes auf 25 63/98 Einwohner und in fast gleichem Verhältnisse hatte das Jahr 1709 bei 2075 Einwohnern und 80 Geborenen (nach zehnjährigen Durchschnitte) auf 25 15/16 Einwohner 1 Geborenes. Wenn aber in gleicher Weise im J. 1834 von, durchschnittlich gerechnet, 170 toten auf 29 46/85 Einwohner 1 Toter, im J. 1709 aber bei 50 Toten erst auf 41 3/10 Einwohner 1 Toter kommt und wenn das Jahr 1834 bei 41 Brautpaaren auf 122 Einwohner ein Brautpaar, das Jahr 1709 aber bei 22 Brautpaaren ein Brautpaar auf 94 13/22 Einwohner zählt; so bestätigt dies die obige Angabe, dass in jener Zeit mehr Ehen geschlossen und Verhältnis zu den Gestorbenen mehr Kinder geboren wurden, als jetzt.
Nach dieser Grundlage lässt sich nun für jedes beliebige Jahr wenigstens die möglichst richtige Bevölkerung berechnen. Eine in der Beilage C gegebene vergleichende Übersicht der wahrscheinlichen Bevölkerung und der Konsumentenzählungen lehrt, was sich auch anderwärts bestätigt, dass die Konsumentenzählungen stets niedrigere Angaben enthalten, als sie der wahren Volkszahl nach haben sollten. Großschönau ist mit und ohne Neuschönau gerechnet seiner Bevölkerung nach das dritte Dorf in der Oberlausitz und in Sachsen. Nur Ebersbach du Seifhennersdorf haben mehr Einwohner. Der Zahl der Haushaltungen nach aber ist Groß – und Neuschönau das erste Dorf. Die 5022 Einwohner des Jahres 1834, wovon 2441 männlich und 2581 weiblichen Geschlechtes, lebten in 1497 Haushaltungen. Auf jedes der 597 Häuser kommen durchschnittlich 8 bis 9 Menschen, eine Anzahl, wie sie in Dörfern selten wieder vorkommen wird. Neuschönau zählte im J. 1834 543 (nämlich 254 männliche und 279 weibliche) Einwohner in 159 Haushaltungen, und im J. 1799 waren daselbst: 435, 1801:478, 1813:482,1816:536,1822:448, 1826:557 und am 3. Juli 1832: 564 Einwohner. Großschönau hatte in diesen angeführten Jahren 1799 u. 3497,3394,3525,3662,3971, 3988 und am 3. Juli 1832:4360 Einwohner. Im J. 1722 der ersten bekannten Konsumentenzählung hatten Groß- und Neuschönau zusammen 3154 Konsumenten nämlich: 427 Knaben und 1107 weibl. Personen von 14 bis 60 Jahre, 80 Männer und 103 Weiber über 60 Jahre, überhaupt 1438 männliche und 1716 weibliche Personen. Im J. 1790 gab es 603 Knaben und 629 Mädchen, 1055 männliche und 1611 weibliche Personen von 14 bis 60 Jahren, 121 Männer und 158 Weiber über 60 Jahr, überhaupt1779 männliche und 1948 weibliche Personen, in Summa 3727 Konsumenten. Im J. 1826 wurden gezählt: 676 Knaben, 702 Mädchen, 1328 männliche und 1446 weibliche Personen von 14 bis 60 Jahren, 196 Männer 197 Frauen über 50 Jahre, überhaupt 2200männliche und 2345 weibliche Personen zusammen 4545 Konsumenten. Nach diesen Angaben verhielten sich die Personen über 60 Jahr zu den gesamten Einwohner 1772 wie 1 zu 17, 1790 wie 1 zu 13 und 1826 wie 1 zu 11; folglich haben sich die Personen über 60 Jahre gegen früher beträchtlich vermehrt.
Die Lebensdauer der Einwohner musste ebenfalls auf die Volksvermehrung Großschönau`s nicht unbedeutenden Einfluß äußern; es ist daher nötig auch aus den Totenlisten einige Ergebnisse mitzuteilen. In dem angegebenen Zeitraume von 1700 bis 1734, binnen welcher Zeit 17758 Menschen starben, ist die Sterblichkeit im ersten Jahrzehnd von 1700 – 1709 am geringsten gewesen ( nur 50 im Durchschnitt ) dagegen sind im Jahrzehnd von 1810 bis 1819 die meisten Menschen gestorben ( im Durchschnitt 173 7/10 ). Die Zunahme der Sterbefälle war in der Zeit von 1710 – 1749 am beträchtlichsten, denn während dieser Zeit starben 877 Menschen mehr, als im ersten Jahrzehnd; in den folgenden
40 Jahren von 1750 bis 1789 betrug die Zunahme gegen das Jahrzehnd von 1740 bis 1749 nur 161 Sterbefälle, und von 1790 bis 1829 gegen das vorhergehende Jahrzehnd nur 140.
In folgenden Jahren 1707 , 1713 , 1720 , 1725 , 1730 , 1737 , 1738 , 1741-1743 , 1746 , 1757-1759 , 17614-1763 , 1772 , 1773 , 1779 , 1783 , 1785 , 1789 , 1800 , 1806 , 1808 und 1810 überstieg die Zahl der Gestorbenen die Zahl der Geborenen zusammen um 903 Personen. In dem Jahrzehend von 1754 – 1763 starben 1541 Personen, während nur 1450 geboren wurden. Im Jahr 1720 betrug die Zahl der Gestorbenen zuerst 100; über 200 Personen starben in dem Jahr 1741 , 1759 , 1785 , 1808 , 1810 und 1820. Im Hungerjahr 1772 starben 329, im J. 1702 nur 32 Menschen.
Im 19 ten Jahrhundert starben 1810 die mehrsten (226) und im J. 1818 die wenigsten (nur 136) Menschen. Hunger, Kriegszeit und ansteckenden Krankheiten verursachten größere Sterblichkeit. Unter den 388 Leichen der beiden Jahre 17441 und 1742 waren allein 191 Kinder; auch 1810 starben viele Kinder. Im Verhältniß zu der wahrscheinlichen Bevölkerung ist die Sterblichkeit in dem Jahrzehnd von 1740 – 1749 am größten gewesen. Dieß ist nicht allein aus der geringen Zahl der Mehrgeborenen, welche nur 51 betragen, zu ersehen, sondern auch daraus, dass damals bei einer Bevölkerung von 3133 Menschen nach der Durchschnittssumme von 137 7/10 Todesfällen der 22ste oder 23ste Einwohner starb, während im J. 1709 die Zahl der Todten zu der Bevölkerung sich verhielt wie 1 zu 41 ½, im J. 1719 wie 1 zu 40 7/16, im J. 1729 wie 1 zu 36 und 1829 wie 1 zu 29 1/6. Dem Alter nach sind unter der Zahl der Verstorbenen gewöhnlich zur Hälfte Kinder bis 14 Jahr anzunehmen und unter diesen sind in der Regel wieder mehr Knaben als Mädchen. So waren im Jahre 1833 unter 97 Kindern 58 Knaben und im J. 1834 unter 96 Kindern wieder 56 Knaben. Unter den übrigen Verstorbenen sind gewöhnlich wieder die Hältfe oder ein Viertel der Gesamtsumme Personen über 60 Jahre; daher die Zahl derer, welche durch hohes Alter ausgezeichnet waren, nicht gering ist. Es würde zu weit führen, hier ein Verzeichniß aller solcher Personen zu geben, allein wenn
Merkwürdige Todesfälle
hier nicht übergangen werden durften; so mögen unter der großen Anzahl betagter Personen vorzüglich folgende genannt werden. Es starben: 1732 den 1. Dez. Sara Kluttig, Chph Goldbergs Wittwe, ( Joh. Goldbergs des Gründers von Neuschönau Mutter), alt 80 J. 9 Mon. 5 Tage; sie erlebte von 9 Kindern 53 Enkel und 36 Urenkel. 1740 den 3. April Friedr. Göhle, Kirchvater, geb. d. 9. Nov. 1654, besonders tätig beim Bau der neuen Kirche. 1746 im Dez. Helena Rösler, Mart. Göhles Wittwe, 90 J. 1 Mon. 4 Tage alt. 1752 im Sept. Maria Neumann, Hans Schiffners Wittwe, 91 J. 1 Mon. Alt; sie hatte 53 Jahre in der Ehe gelebt und Enkel bis ins dritte Glied gesehen.1757 im Juni Anna Maria Münch, Tobias Linkes sen. Gärtners, Gezog. Webers und Gerichtsältestens Wittwe, 89 J. weniger 15 Mon. 6 Tage alt, und hatte 9 Kinder 50 Enkel und 89 Urenkel erlebt.
1764 d. 31. Dez. Lorenz Goldberg, alt 89 J. weniger 9 Mon. 4 Tage. Er war 41 Jahre Kirchvater, 53 Jahre Gerichtsältester und mit seiner ihn überlebenden Ehefrau 67 J. 1 Mon. verheiratet gewesen. 1771 d. 13. April Johann Goldberg, Neuschönau´s Gründer, geb. 1683, hatte 14 Kinder 33 Enkel und 57 Urenkel erlebt. 1778 im März Rosina Schiffner, des Bauers Friedrichs Wittwe, 90 J. wen. 6 Mon. 6 Tage alt. Auch sie erlebte noch Urenkel. 1784 im Juli Anna Maria Ritter, Joh. Chph. Rudophs in Rothenburg Wittwe, 90 J. 6 Mon. 2 Wo. 1 Tag alt. 1786 im Jan. Elias Würfel, B. und Gerichtsältester, 86 J. 10 Mon.alt, und mit seiner ihn überlebenden Gattin 60 J. und 2 Mon. verheiratet. 1786 im Okt. Joh. Chph. Friedrich, 85 J. 8 Mon. 2 Wo. 3 Tage alt. 1787 im März Anna Elfr. Schiffner, Joh. Chph. Israels, Bauers Wittwe, 84 J. 5 Mon. 3 Wo. 9 Stunden alt. 1788 im Feb. Rosina Kluttig, Elias Würfels Wittwe, 80 J. 9 Mon. alt. 1791 im Mai Anna Rosina Goldberg, Chph. Friedr. Höffigs, Seifensieders in Zittau Wittwe, 93 J.6 Tage 6 Stundfen alt. 1791 im Okt. David Melzer, 83 J. 2 Mon. 3 Wochen alt. 1792 im Sept. Christian Friedrich, Gerichtsältester, 90 J. 1 Mon. 3 Wo. 4 Tage alt. 1792 im Nov. Gottlob Mai, 84 J. 2 Mon. 5 Tage alt. 1814 im April David Schäfers Wittwe 98 Jahre alt. 1818 Georg michael Friedrich, 86 Jahre alt. 1833 d. 14 März Maria Elisabet Olbrich, Joh. Mich. Linkes Wittwe, 90 ½ J.alt und viele andere.
Von den außergewöhnlichen unglücklichen Todesfällen, von denen aus älterer Zeit viele unbekannt sein mögen, haben sich folgende Nachrichten erhalten. Eines plötzlichen Todes starben:
1736 den 24. Nov. Friedrich Olbrich, 51 J. 1 Mon. 1 Woche alt, auf dem Rückwege aus Zittau am reiteberge; 1754 den 6. Juli Hans Adam Tietze; 1759 den 31. Mai Anna Elisabet Kittel, F.Geo. Kittels Tochter, 10 J. 3 Mon. 2 Wochen 5 Tage alt; 1759 den 31. Okt. Der Fleischer Matthes; 1770 den 27. Febr. Chph. Schiffner, 69 J. 4 Mon. Wen. 2 Tage alt; 1770 den 23. Jul. Maria Elisabet Kittel, F. Geo. Kittels Tochter, 18 Jahre alt, als Braut ; 1773 den 15. Febr. David Christian Berndt, Mustermaler; 1789Joh. Dav. Engler, Zollrevisor; 1792 den 1. Jul. Dav. Hofmann, 48 J. 14 Tage alt ; 1794 den 23. Mai der Maurer Gfr. Linke ; 1801 den 14. Mai der Tagarbeiter Glob. Hase ; 1810 den 12. Jun. Gottfried Zeidler.
Durch epileptische Anfälle fanden ihren Tod 1711 im Okt. Adam Sperling ; 1740 im Dez. Hans Friedr. Richter ; 1789 im Aug. Joh. Chph. Würfel, 60 J. 8 Mon. alt ; 1811 den 6. Mai Michael Wenzel.
Durch unglücklichen Fall sind gestorben: 1706 den 27. Nov. Christina, Mart. Röslers Wittwe, fiel von einem Steige und hatte ein Bein zerschmettert ; 1709 im Juni Friedr. Jungmichel; 1754 im Jan. Chph Kretschmar , er hatte im Walde (wohl nicht im Berufe) einen Baum umgehauen und war unterwegs mit dem selben so gefallen, dass er zwei Stunden darauf sterben musste; 1755 den 2. Feb. Maria Elisabet, des Bauers Chph. Jungmichels Tochter; 1758 den 4. Nov. Der Bauer Joh. Chph. Goldberg, 56 J. wen. 7 Wochen 5 Tage alt, war bei Reichenbach von seinem Wagen gefallen ; 1763 den 1. Aug. Elisabet Posselt, Friedr. Langes Ehefrau, 53 J. 2 Wochen alt; 1781 den 24. April der Tagarbeiter Gfr. Bittrich, 64 J. 3 Wochen 2 Tage alt; 1785 den 18. Juni Joh. Gottlob Donat, des Zimmermeisters Chr. Donats Sohn 17 J. 7 Monate alt ( fiel im Busche von einem Baume 40 Ellen hoch herab) ; 1788 den 17. Aug. Gfr. Lange; 1788 den 29. März Joh. Friedrich Kunze, des Bauern Joh. Chph. Kunzes Sohn, 14. J. 2 Mon. 3 Wochen 2 Tage alt; 1796 den 16. Dez. Tob. Friedr. Birnbaum, 71 J. 2 Monate alt; 1799 im März Tob. Ritter, Gemeindebote in Neuschönau, 67 J. 7 Mon. 2 Wochen 13 Stunden alt.
Im Wasser verunglückten folgende Personen:
1726 den 1. April der Bauer Friedr. Mai; 1726 den 21. Dez. der Soldat Gottlob Linke; 1729 den 23. Juni zwei Personen in der Lasur auf Neumanns Gute unter Nr. 236; 1736 den 11. sept. K. Friedr. Hartmann, H. F. Hartmanns, Schneiders Söhnchen 3 Jahre weniger 9 Wochen alt ; 1738 der 20 Nov. Jakob Zöllner , des Vogts Friedr. Zöllners Sohn, 12 J. 3 Mon. 1 Woche 6 Tage alt; 1743 der 3. Aug. Joh. Gfr. Lange, Joh. Chph. Langes Sohn 4 Jahre 4 Mon. weniger 2 Tage alt; 1752 den 11. Aug. Gfr. Schneider, des Inwohn. Joh. Geo. Schneiders Söhnlien 2 Jahre 8 Wochen 6 Tage alt; 1757 im Jan. Chr. Kluttig, 58 J. 3 Wochenalt; 1756 den 22. Aug. David Engler; 1759 den 25. April des Mengers Joh. Chph. Sommers Söhnchens gleichen Names 3 Jahre 4 Monate 2 Wochen 6 Tage alt; 1767 den 24. März der Chirurg Chph. Heinr. Strobel,
70 Jahre alt; 1770 den 31. Dez. Anna Rosin. Schäfer, Dav. Schäfers Tochter 11 Jahre alt; 1774 den 4. Juli Johanna Linke, des Inwohners Gfr. Linkes Tochter 4 Jahre wen.4 Mon. 2 Wochen 2 Tage alt; 1786 den 18. Sept. Sophia Elisabet Linke, David Linkes Tochter 19 Jahre 4 Mon. und 1 Tag alt; 1797 den 6. Juli Elias Menzels Tochter; 1798 den 5. Juni Gottlieb Englers zweijähriges Töchterlein; 1801 den 10. Juli ein 2 ¼ jähriger Knabe der Hanna Hamann Sohn; 1801 den 6. Dez. Gottlob Linke, 19 Jahre alt; 1808 den 9. Mai Johanne Marie Brocke, Joh. Traug. Brockes 3jährige Tochter; 1812 im Juli Gfr. Marschners 4jähriger Sohn; 1813 den 12. Juli Gottlieb Däslers 2jähriges Söhnchen gleichen namens; 1815 den 8. April Gottlieb Neumanns einzige Tochter 2 ¼ Jahre alt; 1822 den 4. Mai Kalr Gottlieb Birnbaum 4 ½ Jahre alt; 1824 den 16. Juni Johanna Schiffner 25 Jahre alt; 1824 den 10. August Frau Anna Rosina verwittw. Drescher; 1828 den 24. Dez. Maria Elisab. Neumann 40 Jahre alt; 1831 den 15. Okt. Johanna Rachel Kittel, Gfr. Marschners Ehefrau, 27 Jahre alt; 1832 den 26. Nov. Der Soldat Andreas Döthig. In einer Mistpfütze musste 1807 den 17. Aug. des Mustermachers Elias Goldbergs Söhnchen ersticken.
Erfroren sind: 1709 den 22. März Andreas Münzberg am Breiteberge; 1718 im Jan. der Schuhmacher Mattheus Zische am Breiteberge; 1745 den 1. Feb. Martha Elisabet Neumann, Tob. Neumanns Tochter, 32 Jahre 1 Mon. alt, auf den Bertsdorfer Feldern; 1794 den 24. Dez. Anna Rosina Wäntig, Joh. Geo. Antons Ehegattin 74 Jahre alt, auf den Bertsdorfer Feldern; 1805 den 13. Feb. Friedr. Fährmann bei der Landbrücke; 1809 den 8. Jan. Gottfr. Birnbaum auf den Waltersdorfer Feldern; 1809 den 13. Feb. Joh. Mich. Anton auf den Warnsdorfer Feldern unweit der Fichtelschänke; 1823 den 28. Feb. Karl Gottlob Wenzel auf den Bertsdorfer Feldern.
Durch den Blitz wurden getötet: 1670 den 27. Juni Rosina, Georg Fehrmanns Tochter: 1717 ein Mann, Namens Kluttig; 1725 den 16. Juni Maria, Elias Riedels Eheweib; 1729 im Juni Georg Jungemichel, Bauer in Nr. 18.
Im Feuer kamen um ihr Leben: 1798 den 23.Nov. beim Brande des Fiebigerschen Hauses auf der Mühlwiese, der Besitzer der selben Gottlob Fiebiger, 43 Jahre 1 Woche 1 Tag alt, dessen Vater Gottfr. Fiebiger, 79 Jahre 11 Mon. 1 Woche 4 Tage alt, den der Sohn retten wollte, und die Tochter Anna Elisabet Fiebiger, 18 Jahre alt; 1800 den 2. Dez. Karl Friedrich Wenzel beim Brande des Hauses unter Nr. 158, den er durch seine unvorsichtigkeit veranlasst hatte. Bei Jak. Rönsches Feuer in Warnsdorf 1802 den 20. Juli wurdeChr. Friedr. Müller aus Großschönau so stark beschädigt, dass er noch denselben Tag starb. - Im Juli 1716 verbrannte sich George Rothmanns Söhnlein Tobias mit heißem Hirse und musste sterben. Ferner wurde 1737 den 9. Juli Hans Chph. Wäntigs 9jährige Tochter unter der Bretmühle vom Schwengel ergriffen und musste sterben.
Beim Holzfällen fanden ihren Tod: 1761 den 10. Jan. Joh. Gfr. Fröschel, Joh. Geo. Fröschels Sohn; 1792 den 16. Nov. Joh. Chph. Sommer, 72 Jahre 2 Mon. 3 Tage alt; 1826 den 29. Juni Joh. Friedr. Zeidler, 11 Jahre alt. Beim Stöcke roden wurde erquetscht in Scheibenwalde in Böhmen 1798 den 31. Juli Gottlieb Seidel aus Großschönau. 1792 den 28. Dez. wurde der Bauer Andreas Roscher von seinem Pferde in den Unterleib geschlagen, dass er Tags darauf starb. 1803 den 18. Juli wurde Benj. Grohmanns 2jährige Tochter durch einen auf sie fallenden Stein getötet. 1804 den 29. Feb. Wurde Joh. Chph. Müller aus Großschönau, ein Mühlschner in der f.g. Heumühle zu Niedergrund in Böhmen beim Klötzerauftreiben von einem Brettlotze zerquetscht, dass er den 4. März darauf sterben musste.
Außer diesen angegebenen Todesfällen sind noch einige zu bemerken, welche Großschönauer auswärts oder Fremde in Großschönau betroffen haben: 1773 den 22. Juni stürzte Hans Schiffner aus Großschönau, ein Soldat in Zittau von einem Heuboden und blieb sogleich tot; 1781 den 14. Dez. starb plötzlich in Waltersdorf der Fleischbauer Gfr. Haake aus Großschönau und am 14. Aug. 1826 fand Joh. Gottlob Posselt im Bade zu Waltersdorf seinen Tod. - 1770 den 12. Okt. Wurde Georg Dücke aus böhmisch Zwickau im Hofebusche tot gefunden. 1771 den 19. Jan. fiel der Tagarbeiter Joh. Geo. Apelt aus Reichenau von einem Baume und starb nach einigen Stunden, 36 Jahre 9 Monate alt. 1783 den 25. Aug. fiel der Kirchendecker Chr. Buschbeck von der Kirche zu Großschönau; er starb in Zittau am 27. Aug. 1788 im Dezember erfror auf den obern Feldern Joh. Friedr. Ehrentraut, ein Mühlschner aus Neundorf bei Laubau, 51 Jahre alt. 1806 den 19. Nov. Verunglückte Gottlob Häntsch ein Dienstknecht aus Bertsdorf; er hatte Holz aus den Waltersdorfer Forsten geholt, unterwegs wurden die Pferde scheu, Häntsch stürzte und der Wagen zerquetschte ihn so, dass er nach zwei Stunden starb. 1809 den 17. Jan. erfror ein gewisser Renger auf dem Nachhausewege nach Bertsdorf.
Diese unglücklichen Todesfälle haben auch Tötungen durch frevelnde Hand vermehrt. Bekannt sind folgende Beispiele:
Im Jahr 1517 schlug Barthel Güttel von Schönau auf freiem Felde ( vielleicht bei Hörnitz ) den alten Heidel oder Heidold ( wahrscheinlich auch aus Großschönau, wo eine Familie Heidold bis 1546 ansäßig war ) dass er nach einigen Tagen starb. 1565 den 28. Nov. wurde der Gerichtsälteste Andreas Hocke, Bauer in Nr.308a im Gerichtskretscham von Erasmus Schäfern erstochen. 1737 den 17. Feb. Schlugen Joh. Chph. Röhle und andere junge Burschen Zacharias Friedrichs, Gerichtsältesten in Neuschönau 12jährigen Sohn Zacharias Friedrich im Kretscham dermaßen, dass er bald darauf seinen Geist aufgeben musste. 1740 den 22. Mai erstach Joh. Geo. Rolle, einen Kürassier vom Regimente Graf Promnitz den Musketier vom Regimente Sulkowski Joh. Chph. Lange aus Großschönau im Kretscham und am Sonntag Cant. 1783 wurde der Blattsetzer Gottlieb Preibsch zu Hainewalde tödlich verwundet, dass er bald darauf starb. Über den Mord, welchen Chph. Löfler, der erste Mustermaler, aus Eifersucht an einem Anderen, der ihm seine Braut nehmen wollte, verübte, ist nichts Genaues bekannt. Endlich ist noch des Todes zu gedenken, welchen Joh. Chph. Hälschke, Jungbauer in Nr. 270, 27 ½ Jahr alt, am 22. Juli 1757 erleiden musste. Hälschke war auf sein Feld gegangen und wurde hier von einem österreichischen Husar betroffen, der ihn für einen Spion haltend ihm eine Kugel in den Leib schoß und drei Hiebe auf den Kopf versetzte.
Von denen, welche sich selbst um`s Leben gebracht haben, deren Namen aber vergessen zu werden verdienen, sei hier nur Einer erwähnt, der preußische Husar vom Regimente von Nazmer, George Umlauf aus Hohenfriedberg bei Schweidnitz, der sich am 14. Dez. 1745 unvorsätzlicher Weise selbst erschoß. Seit 1713 bis 1835 sind 18 Selbstmorde vorgenommen.
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